Hat Hertha bereits im Blick, aber darf erst in sechs Wochen in Westend aufschlagen: Herthas neuer Manager Fredi Bobic. Foto: Imago

Über Wochen hing die wichtigste blau-weiße Personalie in der Luft: Jetzt ist der Weg für Fredi Bobic (49) zu Hertha BSC endlich frei. Frankfurts Sportvorstand einigte sich am Main auf eine Vertragsauflösung. Am Abend machte Hertha den Deal offiziell. Alles prima also? Nicht ganz. Kurz vorm Ziel würgt Frankfurt den Blau-Weißen noch einen rein.

Auf den ersten Blick scheint Herthas größtes Problem gelöst. „Wir sind sehr erfreut, mit Fredi Bobic unseren Wunschkandidaten gewonnen zu haben und freuen uns auf die zukünftige erfolgreiche Zusammenarbeit“, erklärte Präsident Werner Gegenbauer in einer Pressemitteilung am Mittwochabend.

Bobic folgt damit auf den Ende Januar entlassenen Langzeit-Manager Michael Preetz (53). Seit Februar wurde intensiv um eine Ablöse (hatte Vertrag bis 2023) gepokert. Statt den einst kolportierten fünf Millionen sollen zwei bis drei Millionen Euro nach Frankfurt fließen. Offiziell wurde zwischen Bobic und der SGE Stillschweigen vereinbart.

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Auf Bobic wartet viel Arbeit

So weit, so gut. Doch anders als spekuliert und von vielen Hertha-Fans erhofft, wird Bobic nicht sofort in Westend aufschlagen. Der Schwabe übernimmt erst ab 1. Juni, vorher bleibt er in Frankfurt.

Ärgerlich, weil bekanntermaßen bei den Blau-Weißen so viel im Argen liegt und damit wichtige Weichen noch nicht gestellt werden können. Denn die To-do-Liste für Bobic bei Hertha wirkt gewaltig: Höchste Priorität hat die Kaderplanung für die neue Spielzeit. Diese Saison zeigt schmerzhaft, dass Herthas Spielermaterial trotz der gigantischen 140 Millionen Euro, die in den vergangenen zwei Jahren mit der Hilfe von Investor Lars Windhorst in die Mannschaft geflossen sind, alles andere als ausgewogen ist.

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Nicht die einzige Baustelle rund um den Schenckendorffplatz. Ungeklärte blau-weiße Fragen, die auf Bobic warten, gibt es zuhauf: Stadion-Neubau, Hauptsponsor (Vertrag läuft aus), Trainer und Sportdirektor (Arne Friedrichs Vertrag läuft aus).

Bleibt Bobic Bundesliga-Manager?

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Grund zur Freude herrscht trotz der Verzögerung dennoch: Mit Bobic bekommen die Blau-Weißen einen ausgewiesenen Fachmann, der sowohl beim VfB Stuttgart als auch bei der Eintracht in den vergangenen fünf Jahren exzellente Arbeit als Kaderplaner leistete. Auch Bobic blickt gespannt nach vorn: „Nach meiner Entscheidung, eine neue Herausforderung zu suchen, gab es offene und überzeugende Gespräche, insbesondere mit dem Präsidenten von Hertha BSC, Werner Gegenbauer. Ich freue mich, ab Sommer wieder Teil der Hertha-Familie zu sein.“

Dabei soll Bobics neuer Dreijahresvertrag auch für die Zweite Liga gelten. Ob der ehemalige Stürmer, der von 2003 bis 2005 insgesamt 61-mal für Hertha auf Torejagd ging, sich ab 1. Juni auch weiterhin Bundesliga-Manager nennen darf, liegt damit ab sofort in der Hand von Trainer Pal Dardai und seiner Elf.