Klub-Ikone Pal Dardai und die Präsidentschaftskandidaten Kay Bernstein und Frank Steffel (v. l.): Der Ton im Hertha-Wahlkampf wird rauer. dpa/Imago/Twitter

Die blau-weiße Uhr tickt: Die Nominierungsfrist für die Präsidenten-Wahl bei Hertha BSC am 26. Juni läuft am Sonntag um 0 Uhr ab. Dabei wird klar: Der Kampf um die Gunst der Mitglieder wird härter, der Ton wird rauer und selbst Hertha-Legende Pal Dardai schaltet sich ein. Eindeutig: Der Hertha-Wahlkampf geht in die heiße Phase.

Hertha BSC: Pal Dardai wirbt für Frank Steffel

Sommerloch? Davon kann bei Hertha BSC keine Rede sein. Auf die späte Rettung in der Relegation folgte das Aus von Klub-Patron Werner Gegenbauer, eine turbulente Mitgliederversammlung mit weiteren Rücktritten und jetzt der immer härter ausgefochtene Kampf um das Präsidentenamt.

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Auch der, na klar, sucht seinesgleichen: Erst bewirbt sich ein Ex-Ultra, dann schlägt der Aufsichtsrat seinen Wunschkandidaten vor und obendrauf rührt ‚auch ‘noch Klub-Legende Pal Dardai per Video die Werbetrommel für einen Anwärter. Pal im Hertha-Trikot unter der Sonne des Balatons: „Es ist eine schwierige Zeit als Herthaner und es wird Zeit, dass ein echter Neuanfang kommt. Aus meiner Sicht ist Frank Steffel ein sehr interessanter und ehrlicher Kandidat.“

Hertha BSC: Kay Bernstein kritisiert Aufsichtsrat

Der Vorstoß von Handball-Fan Dardai sorgt bei Kay Bernstein, der sich als erster Gegenbauer-Gegner bereits vor dessen Aus positionierte, nicht das erste Mal für Kopfschütteln. Im Interview mit dem Kicker kritisiert er die Art und Weise der Normierung von Steffel, dem aktuellen Boss der Füchse, scharf: „Wenn Klaus Brüggemann (neuer Boss des Aufsichtsrats, d. Red.) das als einfaches Mitglied gemacht hätte, wäre das fein gewesen. Aber das als Wunschlösung des Aufsichtsrates vorzustellen, wird dem Aufsichtsrat nicht gerecht. Klaus Brüggemann führt da nicht Aufsicht, sondern er gestaltet. Damit überschätzt er seine Kompetenzen.“

Kay Bernstein ist im Hertha-Wahlkampfmodus

Bernstein ist seit Wochen im Wahlkampfmodus. Und das spürt man. Die Aussagen der Konkurrenten sind ihm „zu floskelreich“ und ein Neuanfang unter einem Präsidenten Ingmar Pering, seit 15 Jahren im Präsidium und jahrelanger Gegenbauer-Gegner, sei nicht möglich.

Bernstein, der im Gegensatz zu den sich spät aus der Deckung wagenden Steffel und Pering eine Art Wahlprogramm hat und über Inhalte spricht, wirbt dagegen für einen echten Neustart: „Wenn man acht Wochen jeden Stein mal rumgedreht und mit jedem mal gesprochen hat, merkt man, dass da wenig Wahrheit und ganz viel Ego viele Entscheidungen befeuert haben. Ich finde, es müsste endlich mal um Hertha gehen. Die Egos und Eitelkeiten sind immer noch zu groß.“

Hertha BSC: Kay Bernstein lädt zum Workshop

Da soll sich am Sonntag ändern, wenn Bernstein, der Basis-Kämpfer, alle Herthaner und auch seine Konkurrenten zu einem Workshop einlädt. Am Ende soll ein demokratischer Handlungsauftrag für das neue Präsidium entstehen.

Und am besten für ihn als Präsidenten. Seine Chancen auf einen Wahlsieg schätzt er mittlerweile auf 55 Prozent: „Am Anfang hatten die Leute ein paar Vorbehalte. Da dachten einige, da kommt jetzt ein Ultra – ein Bier in der einen, eine Fahne in der anderen Hand – und will den Verein übernehmen. Inzwischen sehen die meisten, dass da jemand kommt, der sich mit Herz und Leidenschaft der Sache stellt und überlegt, wie man dem Verein dienen und ihn besser machen kann.“

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