Jessic Ngankam jubelt über seinen 2:1-Siegtreffer in Gelsenkirchen. Dodi Lukebakio war erste Gratulant und wurde dann vom Platz verbannt. Foto: Winter

Erleichterung und Schock bei Hertha BSC nach dem 2:1 auf Schalke. Der Klassenerhalt ist fast geschafft, doch dabei hat sich Stürmer Kris Piatek den Fuß gebrochen. Hoffnung macht jetzt der junge Jessic Ngankam (20). Er schoss den Siegtreffer und ist damit 10 Millionen Euro mehr wert als Dodi Lukebakio, der mit einer gelb-roten Karte vom Platz flog.

Die Rechnung ist ganz einfach: Ngankam, der Deutsch-Kameruner, der seit 14 Jahren im Verein ist und es von der Jugendakademie bis zu den Profis geschafft hat, schoss höchstwahrscheinlich das Tor zur Rettung, zum Bundesliga-Verbleib und zu rund 30 Millionen Euro mehr TV-Geld (rund 51 Millionen) als in der Zweiten Liga (rund 21 Millionen). Lukebakio wurde für 20 Millionen vor zwei Jahren eingekauft. Für Hertha hat Ngankam jetzt einen Wert von 30 Millionen – macht 10 Millionen Unterschied zu Lukebakio.

„Ich bin stolz, ein bisschen geholfen zu haben“

Der Held des Abends auf Schalke sagte bescheiden: „Ich bin seit meinem sechsten Lebensjahr hier, bin ein richtiger Herthaner. Da ist man umso stolzer, der Mannschaft ein bisschen geholfen zu haben.“ Ein bisschen? Ngankam hat sich damit endgültig in die Herzen der Hertha-Fans geschossen. Lukebakio half dagegen überhaupt nicht. Im Gegenteil er hat mit seinem dummen Platzverweis wegen eines überflüssigen Fußtritts gegen Schalkes Steven Skrzybski in der 89. Minute dem Team im Saisonendspurt geschadet. Trainer Pal Dardai ist deswegen auch stinksauer: „Das war blödsinnig und unnötig, das akzeptiere ich nicht. Jetzt kommt der böse Trainer zu ihm. Irgendwann reicht es mit nett sein.“ Bisher hatte Dardai seine schützende Hand über den eigenwilligen, launischen Lukebakio gelegt. Damit ist jetzt Schluss und das ist völlig verständlich!

Fußbruch bei Piatek

Denn nach dem Saison-Aus von Jhon Cordoba (Bänder im Sprunggelenk kaputt), Piateks Fußbruch und dem Ausfall von Matheus Cunhas (Sprunggelenk) hätte Lukebakio eigentlich gegen Köln am Sonnabend stürmen sollen. Jetzt ist er gesperrt.

Nun muss es Ngankam im Angriff richten. Und der Junge hat richtig Spaß daran. Es ist seine Chance, denn vorher kam er an den angeblichen Topstürmern nicht vorbei, obwohl er schon gegen die Bayern als Joker traf. Sonnabend nun sein Startelf-Debüt und Jessic sagt: Yes, ick!