Jubel, Trubel, Heiterkeit: Hertha BSC gewinnt gegen Leverkusen 3:0.  Foto: Imago Images

Ha, ho, herrlich, Hertha BSC! Die Blau-Weißen halten dem Druck der Konkurrenz im Tabellenkeller stand, holen gegen Bayer Leverkusen nicht nur einen ganz wichtigen Sieg. Nein, das Team von Trainer Pal Dardai zeigt beim 3:0 (3:0) sein ganzes Können und spielt die Pillendreher phasenweise schwindelig.

Perfekter Rasen, perfektes Wetter und endlich liefert Hertha auch perfekten Fußball. Ausgerechnet im von Dardai ausgerufenen „Muss-Spiel“, zeigt seine Elf all das, worauf die Fans die gesamte Saison gewartet hatten und zündet drei bärenstarke Böller im Abstiegskampf!

Zeefuiks Traumtor 

Dabei wurde der Hertha-Himmel kurz vor Anpfiff und trotz des Sonnenscheins durch den Mainzer Sieg in Hoffenheim noch düsterer. Erstmals in dieser Saison stand Hertha auf einem direkten Abstiegsplatz.

Wie viel Druck da auf dem Hertha-Kessel war, sah man den Spielern nach Jhon Cordobas vorentscheidenden Treffer zum 3:0 an (33.). Kollektiv sackten die Spieler auf dem Rasen des Olympiastadions zusammen. Nicht aus Frust, wie so oft in dieser Saison, sondern aus purer Freude und Erleichterung.

„Mentalität und Mut“ forderte Dardai von seinen Spielern – und Rechtsverteidiger Deyo Zeefuik bewies, dass er zugehört hatte: Der Niederländer, von Ex-Manager Michael Preetz im Sommer nach langem Tauziehen für vier Millionen Euro vom FC Groningen geholt, nahm sich ein Herz und schlenzte den Ball von der rechten Strafraumkante an den hinteren Innenpfosten und ins Netz (4.) – Traumtor!

Danach zog sich Hertha zwar zurück, blieb in den Zweikämpfen aber giftig – und schlug die Werkself mit ihren eigenen Waffen. Nach Balleroberung und blitzgescheiten Pass von Rekordtransfer Lucas Tousart, bediente Dodi Lukebakio Rückkehrer Matheus Cunha am Sechzehner. Der Brasilianer, zuletzt wegen einer Oberschenkelblessur zweimal nicht dabei, tanzte durch die Gästeabwehr und traf am Ende des mustergültigen Konters zum 2:0 (26.) – Fußball zum mit der Zunge schnalzen!

Rückenwind für das Derby 

Und es wurde noch besser: Mit dem frisch getankten Selbstvertrauen ging es über Tousart, Cunha und Zeefuik überfallartig nach vorn, bis Cordoba im Fünfmeterraum Samba tanzte, den Ball mit der Hacke streichelte, sich um die eigene Achse drehte und die Kugel in die Maschen zum 3:0 drosch.

Und Bayer? Das Team vom schwer unter Druck stehenden Coach Peter Bosz schoss überhaupt das erste Mal in der 54. (!) Minute aufs Tor, scheiterte jedoch am starken Reflex von Hertha-Keeper Rune Jarstein. Danach spielte nur noch Hertha und verpasste mehrfach das 4:0.

Durch den Sieg springen die Blau-Weißen auf Platz 14 und gehen mit ordentlich Rückenwind in das Derby gegen den 1. FC Union (4. April). Dardai: „Heute sind wir alle froh. Die Jungs waren frisch, haben es gut gemacht und dürfen glücklich sein.“