Hält endlich wieder Bälle: Rune Jarstein (37) feiert bei Hertha BSC am Sonnabend in Babelsberg nach langer Leidenszeit endlich sein Comeback.
Hält endlich wieder Bälle: Rune Jarstein (37) feiert bei Hertha BSC am Sonnabend in Babelsberg nach langer Leidenszeit endlich sein Comeback. Imago/Matthias Koch

Die Kommandos sitzen noch. Beim Übungsspiel im Trainingslager in Kienbaum dirigiert Rune Jarstein seine Vorderleute lautstark wie zu alten Zeiten. Ganz klar: Die lange Leidenszeit nach einer schweren Corona-Erkrankung samt Aufenthalt in der Charité und anschließender Knie-OP ist für den 37 Jahre alten Torhüter vorbei. Cheftrainer Sandro Schwarz verrät, dass Jarstein beim Test in Potsdam gegen den SV Babelsberg 03 (Sonnabend, 16 Uhr) wieder im Tor steht. Das Jarstein-Comback nach 486 Tagen wird dabei zum Gradmesser. Für Rune und für Hertha BSC.

Beim 7:0-Sieg gegen Oberliga-Aufsteiger TuS Makkabi schaute Jarstein noch 90 Minuten zu. Nun darf er endlich wieder ran. „Morgen spielen im Tor Rune und Oli, jeweils eine Halbzeit“, verrät Schwarz.

Rune Jarstein saß wegen Corona im Rollstuhl

Oliver Christensen (r.) ist Herthas neuer Nummer eins. Rune Jarstein (l.) soll ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen und natürlich Druck ausüben.
Imago/Matthias Koch
Oliver Christensen (r.) ist Herthas neuer Nummer eins. Rune Jarstein (l.) soll ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen und natürlich Druck ausüben.

Daran war lange nicht zu denken. Eine schwere Covid-19-Infektion setzte Jarstein im April 2021 außer Gefecht. Jarstein damals: „An den ersten Tagen im Krankenhaus konnte ich nicht einmal Fußball auf dem iPad schauen. Ich war in der Zeit zweimal an der frischen Luft, musste dabei im Rollstuhl sitzen.“

Der Weg zurück war extrem mühsam. Auch, weil der langjährige Stammtorwart zusätzlich noch am Knie operiert werden musste und lange in der Reha schuftete. Die Konsequenz: Die gesamte abgelaufene Saison stand Jarstein nicht im Hertha-Kader.

Babelsberg wird für Rune Jarstein und Hertha zum Härtetest

Diese Spielzeit ist er als Ersatz für die neue Nummer eins Oliver Christensen eingeplant. Wenn denn sein Körper mitmacht. Bobic über den bald 38-Jährigen. „Wenn Rune verletzungsfrei bleibt, dann kann er uns mit seiner Erfahrung definitiv weiterhelfen, das wird sich in den nächsten Wochen zeigen.“

Das Spiel beim Regionalligisten Babelsberg wird für Jartsein und Hertha also zum Gradmesser. Besteht er ihn, wird Bobic keinen neuen Torhüter verpflichten. Schwarz: „Ich kenne auch nur vom Hörensagen, wie es letztes Jahr war, dass er gesundheitlich immer wieder die eine oder andere Problematik gehabt hat. Aber er ist bei uns im Trainingsbetrieb und wird morgen 45 Minuten spielen, damit wir einen Eindruck gewinnen. Dann sind wir auch schlauer.“

Wegen Ejuke: Hertha-Coach witzelt über Transfergerüchte

Schlauer wären die Fans auch gern, welchen Spieler Bobic noch an Land zieht. Die Gerüchteküche brodelt, mit Flügelflitzer Chidera Ejuke (24) von ZSKA Moskau soll sich Hertha so gut wie einig sein. Schwarz nimmt die Anzahl der gehandelten Spieler mit Humor: „Wenn die alle kommen würden, hätte wir 47 Profis im Kader.“

Ejuke kennt Schwarz aus seiner Zeit bei Dynamo Moskau gut. Den Sprung aus Russland in die Bundesliga sei nicht so groß, zu Ejuke will er (noch) nichts sagen: „Ich weiß, worauf die Frage hinausläuft. Das werden wir alles die Tage sehen. Aber es sind viele gute Spieler in Russland. Wenn Du die sechs, sieben Mannschaften nimmst von den Moskauer Klubs, die haben Bundesliga-Niveau.“

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