Nicht zu fassen: Hertha BSC scheitert in der ersten DFB-Pokalrunde.  Foto: Matthias Koch

Ohne Worte! Hertha BSC blamiert sich in der ersten Runde, verliert eine packende Pokal-Partie mit 4:5 (2:3) bei Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig. Die zwischenzeitliche Aufholjagd machte ein desolates Abwehrverhalten zunichte. Besonders bitter: Zwei Ex-Unioner schießen Hertha ab!

„Die Personalsituation spielt keine Rolle. Wir müssen das annehmen“, forderte Bruno Labbadia nach einer nicht optimalen Vorbereitung direkt vor Anpfiff. Kaderumbruch, fehlende Zugänge, verletzte Spieler und ein Stürmer in Quarantäne – Herthas Chefcoach ahnte bereits, dass das Spiel beim Zweitliga-Aufsteiger kein Zuckerschlecken wird.

Dass dann nur 63 Sekunden vergingen, bis sein Team das erste Gegentor der neuen Saison kassierte, hätte er wohl trotzdem nicht gedacht. Ex-Unioner Martin Kobylanski drosch einen Freistoß aus rund 25 Metern direkt ins Tor. Zwar setzte der Ball direkt vor Alexander Schwolow auf. Trotzdem: Da sah der neue blau-weiße Stammkeeper nicht gut aus.

Damit nicht genug: Nach einer Ecke verlor Niklas Stark, den Labbadia bis zur Wahl als Kapitän aufs Feld schickte, das Kopfball-Duell gegen Jannis Nikolau, der wiederum Herthas Maxi Mittelstädt so unglücklich anköpfte, dass der Ball in hohem Bogen ins Tor segelte (17.) – Slapstick pur!

Grausamer hätte der Start in die neue Saison für Hertha nicht sein können. Doch die Blau-Weißen starteten vor 500 Zuschauern eine furiose Aufholjagd: Dodi Lukebakio beendete nach einer Ecke mit einem wuchtigen Kopfball die blau-weiße Durststrecke von 293 Minuten ohne Treffer – 1:2 (23.). Sechs Minuten später bediente Mathew Leckie Stürmer-Kollege Matheus Cunha, der eiskalt zum 2:2 einschob.

Doch so gut die Offensive funktionierte, so schlecht war das Defensiverhalten. Leckie und Karim Rekik versursachten ungeschickt einen Elfmeter, den Kobylanski gegen Schwolow erst per Nachschuss verwandelte (43.).

In der zweiten Halbzeit drehte vor allem Cunha auf, bediente Rechtsverteidiger Peter Pekarik, der in Mittelstürmer-Manier den Ball zum 3:3 über die Linie schob (65.). Doch die blau-weiße Achterbahnfahrt ging weiter: Kobylanski durfte nur 79 Sekunden später völlig unbedrängt seinen Dreierpack schnüren. Weil Stark dann gegen Suleiman Abdullahi nicht in den Zweikampf kam, tunnelte der Ex-Köpenicker Schwolow zum 5:3 (73.). Zwar verkürzte Lukebakio noch per Fernschuss (83.), doch eine erneute Aufholjagd blieb aus – Hertha ist raus!