Herthas Investor Lars Windhorst bei der Mitgliederversammlung des Klubs
Herthas Investor Lars Windhorst bei der Mitgliederversammlung des Klubs dpa/Stache

Bei Hertha BSC dachten viele, dass das Problem Lars Windhorst in den nächsten Tagen erledigt wäre. Schließlich hatte der Investor angekündigt, seine 64,7 Prozent Anteile an der Hertha-KGaA an die US-Investmentfirma 777 Partners zu verkaufen. Doch der Poker läuft noch immer und jetzt wurden brisante Details bekannt. Demnach soll Windhorst angeblich weiter indirekt an Hertha beteiligt bleiben. Das wäre ein echter Hammer!

Das Wirtschaftsnachrichtenportal Bloomberg News will von der heiklen Vertragsverhandlung erfahren haben. Demnach soll es ein Tauschgeschäft geben. Windhorst, der rund 374 Millionen Euro gezahlt hatte und diese Summe bei der Veräußerung nicht mehr erreichen wird, soll demnach planen, dass er zwar in Gänze seine Hertha-Anteile an 777 Partners überträgt. Doch neben den Verkaufsmillionen soll er im Gegenzug auch eine Beteiligung an einer Tochterfirma von 777 Partners erhalten.  

Fans von Hertha BSC halten ein Transparent mit dem Schriftzug „Windhorst raus aus unserem Verein!“.  
Fans von Hertha BSC halten ein Transparent mit dem Schriftzug „Windhorst raus aus unserem Verein!“.   dpa/Gora

Damit wäre Windhorst nicht so ganz von Hertha weg, und das würde vielen Fans nicht gefallen. Außerdem wäre er gleichzeitig noch an anderen Klubs wie den FC Genua, dem FC Sevilla und Standard Lüttich auf Umwegen beteiligt. Genau darüber soll noch hart zwischen den beiden Investoren gepokert werden. Ausgang offen!

Bei Hertha-Abstieg soll 777 Partners weniger zahlen

Jetzt ist auch der Blitzbesuch von Herthas neuem Präsidenten Kay Bernstein am Dienstag bei dem potenziellen neuen Investor 777 Partners in dessen Zentrale in Miami zu erklären. Das war nicht nur ein Schnupperkurs zum Kennenlernen, sondern auch Aufklärungsarbeit.

Die Informanten von Bloomberg News wollen auch wissen, dass die Verkaufssumme von Herthas sportlichem Erfolg abhängig ist. Sprich: Würden die Blau-Weißen im Mai 2023 absteigen, müsste 777 Partners weniger Millionen an Windhorst zahlen. Das ergibt aus Investorensicht auch Sinn. Schließlich würde ein Abstieg den Klub und damit auch die Geldanlage um Jahre zurückwerfen.

Bekommt Hertha BSC eine neue Finanzspritze?

Doch nicht nur das soll verhandelt werden. Der dritte Punkt gibt Anlass zu Optimismus. 777 Partners denkt gleichzeitig darüber nach, weitere Millionen in Hertha zu investieren. Das würde die finanzielle Lage des Vereins auf einen Schlag wieder entspannen. Denn von den 374 Millionen Euro, die Windhorst in den Verein gesteckt hat, ist nicht mehr viel übrig. Manager Fredi Bobic ist seit seinem Amtsantritt im Sommer 2021 zum Sparkurs verdammt. 

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