Lars Windhorst hat genug von Hertha BSC und behauptet nun, einen Käufer für seine Anteile gefunden zu haben. 
Lars Windhorst hat genug von Hertha BSC und behauptet nun, einen Käufer für seine Anteile gefunden zu haben.  dpa/Soeren Stache

Das ging aber fix! Herthas 374-Millionen-Investor Lars Windhorst hat angeblich einen Käufer für seine Hertha-Anteile an der Angel. Ob damit endlich die jahrelange Schlammschlacht zwischen den Blau-Weißen und dem mehrfachen Pleitier beendet ist, bleibt aber noch offen. Klar ist dagegen: Jetzt zeigt sich, was Herthas Veto-Recht wirklich wert ist! 

„Wir sind fündig geworden. Wir sind positiv überrascht, dass es so schnell gegangen ist“, sagte der 46-Jährige auf dem Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung in Berlin am Mittwoch.

Hertha BSC und Lars Windhorst vor der Scheidung

Die Hertha-Fans machen seit Jahren deutlich, was sie von Investor Lars Windhorst halten. 
Imago/Matthias Koch
Die Hertha-Fans machen seit Jahren deutlich, was sie von Investor Lars Windhorst halten. 

Damit dürfte der Dauer-Streit zwischen Windhorst und Hertha BSC doch ein schnelleres Ende finden als zunächst gedacht. Vorausgesetzt Windhorsts Verkaufsankündigung trifft ein. Bisher hielt der Finanzjongleur bekanntlich nicht immer sein Wort. 

Zur Erinnerung: Der mehrfache Pleitier stieg 2019 bei Hertha BSC ein, kaufte im Laufe der Jahre für sagenhafte 374 Millionen Euro 64,7 Prozent der Anteile an Herthas ausgegliederter Profiabteilung (nicht am Verein). Glücklich wurde Windhorst damit bekanntlich nie: Statt Hertha zum von ihm geprägten Begriff „Big City Club“ zu machen, rieb sich Windhorst mit Ex-Präsident Werner Gegenbauer auf. 

Hertha BSC: Wer will Windhorst-Anteile kaufen?

Die Schlammschlacht gipfelte mit dem Rücktritt Gegenbauers, wobei erst danach der Streit zwischen Hertha und Windhorst wegen der im Raum stehenden Spionage-Affäre so richtig eskalierte. Windhorst, der zuvor immer beteuerte, sein Investment sei langfristig angelegt, verkündete daraufhin, dass er seine Hertha-Anteile verkaufen will. 

Der Verkauf soll nun unmittelbar bevorstehen. An wen Windhorst verkaufen will, ist bisher nicht bekannt. Windhorst hüllt sich noch in Schweigen, kündigte aber eine zeitnahe Verkündung an. „Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, sagte der Unternehmer einen Tag nach seinem 46. Geburtstag. Die schnelle Lösung führte Windhorst auf sein „gutes Netzwerk“ zurück, „das ich seit 30 Jahren intensiv pflege“. 

Laut dem Kicker galt zuletzt Robert Kraft, Eigentümer der NFL-Franchise New England Patriots und des MLS-Klubs New England Revolution, als interessiert, ebenso Philip Anschutz, dem unter anderem die Eisbären Berlin gehören.

Windhorst-Anteile: Hertha besitzt Vorkaufs- und Vetorecht

Dass Windhorst einen Käufer gefunden haben will, überrascht, schließlich hat Windhorst bei Hertha so gut wie nichts zu sagen. Seit seinem Einstieg steht nämlich vor allem ein dicker blau-weißer Elefant im Raum: Warum ist Windhorst für so viel Geld aber für so wenig Macht bei Hertha eingestiegen? Das einstige Wunderkind sitzt über den Aufsichtsrat der Hertha-KGaA de Facto mit am Tisch, Befehlsgewalt hat er nicht.

Offen ist auch noch, zu welchem Preis Windhorst seine Anteile verkauft bekommt. Klar ist dagegen: Der Unternehmer wird nicht ansatzweise die von ihm gezahlten 374 Millionen Euro wiedersehen. 

Und Hertha? Der Klub besitzt zwar ein Vorkaufsrecht auf die Anteile, dürfte aber aufgrund der wirtschaftlichen Situation für einen Rückkauf nicht infrage kommen. Außerdem besitzt Hertha ein Veto-Recht. Sollte Windhorst seine Anteile an einen (weiteren) zwielichtigen Unternehmer, beispielweise einen Investor aus Katar oder den Emiraten verkaufen wollen, muss der Verein zustimmen. Es bleibt also spannend.

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