Investor Lars Windhorst (r.) hat viele Millionen in den Verein gesteckt. Doch er vermisst eine gute Zusammenarbeit. Das ist eine Kritik an Präsident Werner Gegenbauer. Foto: Imago Images/Koch

Zufrieden kann bei Hertha BSC keiner sein! Zwei Krisensaisons und jetzt mit nur sechs Punkten in die neue Spielzeit gestartet. Und das alles trotz der 374 Millionen Euro, die Investor Lars Windhorst in den vergangenen zweieinhalb Jahren in den Klub gepumpt hat. Der Millionen-Investor beklagt sich jetzt in einem Artikel des RBB.

„Ich habe erwartet, dass man mehr als Team konstruktiv und positiv an Projekten und Themen arbeitet, sich austauscht und wirklich mit Freude, Kreativität und Dynamik den Verein entwickelt und auf eine neue Ebene hebt. Dazu ist es bisher nicht so richtig gekommen“, erklärt Windhorst.

Es ist eine Kritik an die Vereinsführung oder noch deutlicher an Präsident Werner Gegenbauer (71). Der möchte zwar eine Zusammenarbeit, aber keinen direkten Einfluss durch den Investor. Weil das auch gar nicht die Satzung des Vereins hergibt.

Boss Gegenbauer beruft sich auf die Vereinssatzung

Gegenbauer:  „Der Verein führt und informiert. Selbstverständlich ist es das gute Recht von Lars Windhorst oder Tennor, ihre eigenen Erwartungen an das Investment zu formulieren. Aber die Ziele von Hertha BSC formuliert die Geschäftsführung der KG oder des Vereins.“

Hintergrund: Windhorsts Investmentfirma Tennor kaufte sich zwar mit den 374 Millionen Euro eine Beteiligung von 64,7 Prozent bei der Hertha BSC GmbH und KGaA ein. Diese ist aber wiederum eine Tochter des Kernvereins. Und der hat in allen entscheidenden Gremien das Sagen. Nur dieses Konstrukt erlaubt nach DFL-Statuten überhaupt die Beteiligung des Investors. Ansonsten wird gegen die 50+1-Regel verstoßen. Gegenbauer stellt klar: „Solange ich Präsident bin, wird über 50+1 im Verein nicht diskutiert.“

Kippt irgendwann die 50+1-Regel?

Windhorst will trotzdem mehr Einfluss bekommen und erklärt: „Es ist wie eine heilige Mauer. Es gibt 50+1, dahinter können wir uns verstecken. Es gibt Investor und Verein. Ich glaube, das muss nicht so sein."

Windhorst wird sogar noch schärfer in seiner Aussage: „Wir werden in den nächsten Jahren alles tun, dass wir erfolgreich werden. Alles - und damit meine ich wirklich alles.“ Das klingt nach einem drohenden Machtkampf.

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