Das war vor drei Jahren: Kevin-Prince Boateng bei seiner Verabschiedung In Frankfurt. Fredi Bobic überreichte ihm ein Foto als Geschenk.  Foto: Imago Images

Das wird eine echte Höllenprobe für Fredi Bobic. Sonnabend (15.30 Uhr) kehrt Herthas Manager zurück zu seinem Ex-Klub Frankfurt. Wie werden ihn die Eintracht-Fans empfangen? Mit Applaus, weil er die Hessen in seiner fünfjährigen Amtszeit nach vorne brachte? Oder mit Pfiffen, weil er im Sommer gegangen ist?

Bobic ist nicht nervös

Nach außen bleibt Bobic gelassen: „Es ist ja immer etwas Besonderes, wenn man vorher fünf tolle Jahre gehabt hat. Das ist emotional etwas Schönes. Es ist aber nicht so, dass ich voller Nervosität bin.“ Die Atmosphäre im Stadion ist das Eine, die sportliche Situation um die Blau-Weißen eine andere. „Hier ist keiner bei uns mit den sechs Punkten in sieben Spielen zufrieden. Wir müssen nachlegen“, sagt Bobic.

Der achte Spieltag, diese Partie in Frankfurt, wird die Richtung angeben, wo der blau-weiße Zug in den nächsten Monaten hinfährt. Abstiegskampf oder Mittelfeld. Bobic sieht Fortschritte in der Mannschaft und übt sich in Optimismus: „Es ist ja nicht so, dass wir komplett ab vom Schuss sind, wenn wir die Tabelle angucken.“

Hertha muss bei den aggressiven Frankfurtern den Kampf annehmen. Das sieht auch Kevin-Prince Boateng (34) so und mahnt: „Das Spiel wird weh tun.“ Das gilt auch für den Mittelfeldspieler selbst. Er muss zeigen, dass er in Sachen Fitness mithalten kann. Auch für ihn, der 2018 Pokalsieger mit Frankfurt wurde, wird es ein Höllenritt.

Dardai macht sein 600. Spiel für Hertha 

Trainer Pal Dardai, der übrigens eine neue vereinsinterne Bestmarke von 600(!) Pflichtspielen (196 als Trainer, 404 als Spieler) aufstellt, weiß , dass sein Team liefern muss. „Ich kann jede Woche sagen, dass wir gut trainiert haben. Als Team sind wir viel weiter. Doch wenn das Wochenende kommt brauchen wir Ergebnisse. Wir haben in Frankfurt eine Chance“, sagt der Ungar.

Dardais Auswärtsbilanz bei den Hessen macht Hoffnung: Ein Sieg, drei Unentschieden und nur eine Niederlage. Die gab es im Januar bei seinem Trainercomeback (1:3).    Der Coach sagt dazu: „Als Team sind wir viel weiter als Anfang des Jahres, als wir das bislang letzte Mal in Frankfurt gespielt haben.“

Frankfurt hat den Bayern-Siegfluch

Was ist noch ein gutes Omen? Gegner Frankfurt (zuletzt 2:1 in München) hat den Bayern-Siegfluch. In den vergangenen drei Saisons, als Eintracht gegen den Rekordmeister gewonnen haben, wurde das nächste Spiel verloren.

Bobic lacht: „Ich hätte nichts dagegen, wenn es wieder so wäre.“ Es wäre blau-weiß himmlisch - nach der Höllenprobe.

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