Zermürbt von Hertha BSC: Vizekapitän Niklas Stark spielt jetzt in Bremen, Torhüter Alexander Schwolow auf Schalke. Imago

Viele Hertha-Fans zucken derzeit fast täglich zusammen. Denn auf dem Transfermarkt wird deutlich: Der Negativ-Lauf der vergangenen drei Spielzeiten, der brutal anstrengende Abstiegskampf in gefühlter Dauerschleife, wirkt sich immer mehr auf die blau-weiße Zukunft aus. Erst ging Vizekapitän Niklas Stark von Bord, dann folgte Torhüter Alexander Schwolow. Noch schwerer wiegt bei den Fans, dass auch viele Talente das Weite suchen. Hilfe, will denn keiner mehr für Hertha spielen?

Am Ende reichte ein kurzer Blick in die Augen von Niklas Stark, der in Zukunft lieber für Aufsteiger Werder Bremen spielt. Ausgelaugt und müde war der einstige Hoffnungsträger und Nationalspieler nach drei desaströsen Spielzeiten gespickt mit Pleiten, Pech und Pannen.

Davon kann auch Alexander Schwolow ein Lied singen. Erst 2020 für satte sieben Millionen Euro verpflichtet, sollte er den Hertha-Kasten in den kommenden Jahren sauber halten. Stattdessen ließ er sich von Herthas Wackelabwehr anstecken und verlor sein beim SC Freiburg aufgebautes Selbstvertrauen in kürzester Zeit.

Schwolow zieht Hertha sogar das Pulverfass Schalke vor

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Anton Kade (r.) sieht beim FC Basel bessere Entwicklungschancen als in Berlin, und auch Santiago Ascacibar (2. v. l.) will Hertha BSC verlassen.

Schwolow ergriff die Flucht, ließ sich für ein Jahr zum Pleite-Klub FC Schalke 04 ausleihen (ohne Kaufoption) und lässt sich dafür sogar – wie Stark bei Werder – einen Batzen Kohle entgehen. Schalke-Sportchef Rouven Schröder: „Alex verzichtet für seinen Wechsel auf viel Geld. Er hat uns in den Gesprächen glaubhaft vermittelt, dass für ihn die sportliche Perspektive absolute Priorität besitzt.“

Santiago Ascacibar hat genug von Hertha BSC

Schwolow zieht also nach zwei turbulenten Jahren Hertha BSC sogar das Gelsenkirchener Pulverfass vor. Auweia!

Dazu passt: Selbst ein Kämpfer wie Mittelfeldabräumer Santiago Ascacibar (25), der von seiner Leidenschaft lebt und so seine taktischen Defizite wettmacht, ist von Hertha BSC zermürbt, lässt im TV-Interview in seiner Heimat ausrichten: „Ich weiß nicht, wohin, aber ich bin mir sicher, dass ich wechseln möchte. Ich brauche einen Tapetenwechsel.“

Was vielen Fans aber so richtig Bauchschmerzen verursacht: Trotz der immens guten Jugendarbeit in der Hertha-Akademie – nach dem Sprung zu den Profis suchen die Eigengewächse schnell das Weite. Jüngste Beispiele nach den nach Gladbach abgewanderten Mega-Talenten Luca Netz und Jamil Najjar: A-Jugend-Meister Julian Albrecht (Offenbach) und Anton Kade (Basel).

Anton Kade sieht in Basel bessere Chancen als bei Hertha BSC

Wie bei Netz schmerzt Bobic besonders der Abgang von U19-Nationalspieler Kade, der viermal für die Profis auflief und sogar auf Herthas offensiver Problemzone auf dem Flügel zu Hause ist: „Anton hat sich dazu entschieden, nach seiner langen Zeit bei Hertha BSC nun neue Wege zu gehen und außerhalb Berlins Erfahrungen zu sammeln, was wir wirklich bedauern.“

Kade schätzt dagegen seine Chancen auf den nächsten Karriereschritt in der Schweiz höher ein als bei Hertha: „Ich will mich beim FC Basel weiterentwickeln und dem Team helfen, die Ziele zu erreichen. Der Klub hat in der Vergangenheit oft genug gezeigt, dass er junge Talente fördert und weiterbringt.“

Für Hertha gilt das in letzter Zeit kaum mehr ...

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