Wirkungslos: Hertha-Stürmer Kris Piatek sah im Derby gegen Union und Marvin Friedrich (l.) kein Land.  Imago

Ach, Hertha! Was war das denn? Der Frust der 2400 nach Köpenick gereisten Fans ist allzu verständlich. Denn das, was die Blau-Weißen da beim 0:2 beim 1. FC Union gezeigt haben, war einfach viel zu wenig. Und zwar von Anfang an und über 90 Minuten. In so einem prestigeträchtigen Duell. Das tut besonders weh!

Ja, Einsatz und Wille kann man den Spielern von Trainer Pal Dardai gar nicht wirklich absprechen. Doch neben den Grusel-Fehlern gleich zu Beginn fehlte dann doch in fast jedem Zweikampf die in so einem Spiel nötige Galligkeit. 

Hertha-Angriff harmlos

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Was noch mehr schmerzt und die eigenen Anhänger wütend bis fassungslos zurücklässt: Hertha hatte nie den Hauch einer Chance, das Derby zu gewinnen. Warum? Weil nach vorne, also in der Offensive, einfach nichts geht. Der einzige Stürmer Kris Piatek? Wirkungslos. Die torgefährlichen Mittelfeldspieler Suat Serdar und Marco Richter? Wollten lieber den Ball ins Tor dribbeln, statt es mit ihrer starken Schusstechnik zu probieren. Bezeichnend, dass Rechtsverteidiger Peter Pekarik der gefährlichste Herthaner in Köpenick war.

Union machte dagegen vor wie es geht: Schnörkellos ging es nach vorne. Dort ballerten Gießelmann, Kruse und später auch Becker gefühlt aus jeder Lage.

Unions Awoniyi tut Hertha weh

Noch schmerzhafter wird für die Hertha-Fans das Bestaunen von Union-Stürmer Taiwo Awoniyi gewesen sein. Mit seiner Wucht verkörpert er all das, was Hertha seit dem Verkauf von Jhon Cordoba abgeht. Es fehlt massiv an Durchschlagskraft im letzten Drittel. Zwölf Tore in zwölf Spielen (davon drei beim Aufsteiger aus Bochum). Das ist viel zu wenig!

Immerhin: Die Chance auf die Derby-Revanche besteht bereits in weniger als zwei Monaten, wenn das Pokal-Achtelfinale steigt. Bereits am Sonnabend gegen Bayern-Bezwinger Augsburg ist aber eine erste Reaktion gefragt.

Wie das den harmlosen Hertha-Profis gelingen soll? Probiert’s doch einfach mal mit ’nem Torschuss!

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