Herthas Stürmer Davie Selke im Laufduell mit Wolfsburgs Maxence Lacroix. Das Hinspiel verlor Hertha mit 1:2 gegen Wolfsburg. 
Herthas Stürmer Davie Selke im Laufduell mit Wolfsburgs Maxence Lacroix. Das Hinspiel verlor Hertha mit 1:2 gegen Wolfsburg.  Foto: City-Press

Aufschwung oder Dauerkrise? Für Hertha BSC steht die ultimative Woche der Wahrheit an. Sonnabend (15.30 Uhr) steigt der Krisengipfel beim VfL Wolfsburg, Sonntag (11 Uhr) gibt es die Mitgliederversammlung, Mittwoch (20.45 Uhr) das Pokalderby gegen den 1. FC Union und nächsten Sonntag kommt der FC Bayern ins Olympiastadion. Hertha-Profis, lasst den Verein und die Fans nicht hängen!

Vor Weihnachten sah alles nach Hoffnung aus – 3:2 gegen Dortmund. Doch zum Rückrundenstart wieder der nächste Tiefpunkt – 1:3 gegen Köln. Relegationsplatz 16 ist nur noch drei Punkte entfernt. Die Lage ist ernst. Doch die Gelegenheit ist auch günstig, sich in der VW-Stadt mit einem Turbo aus dem Keller zu katapultieren. Wolfsburg hat seit acht Pflichtspielen nur verloren. Dort sitzt die Krise noch tiefer.

Herthas Trainer Tayfun Korkut hat in seinen ersten fünf Spielen schon die ganze Bandbreite erlebt. Eine Aufholjagd beim 2:2 in Stuttgart, einen 2:0-Pflichtsieg gegen Bielefeld, eine herbe Enttäuschung beim 0:4 in Mainz, einen starken Überraschungssieg gegen Dortmund, vergangene Woche der Tiefschlag gegen Köln. Moral- und Trotzreaktion stimmen, doch dieses Team ist noch immer labil und gefährlich inkonstant.

Korkut: „Ich bin mir sicher, dass wir stabiler auftreten“

Korkut setzt auf Optimismus, auf Mut, auf Offensivgeist und kündigt vor dem Spiel in Wolfsburg an: „Die Mannschaft hat die Woche sehr fokussiert trainiert, wir haben in unseren Köpfen drin, dass wir eine Top-Leistung abrufen wollen. Daher bin ich mir sicher, dass wir stabiler auftreten werden als gegen Köln.“

Der Coach hat auch einen Lernprozess erkannt und sagt: „Die individuellen Fehler werden wir nicht mehr machen, da waren alle Beteiligten sehr selbstkritisch.“ Auch das gab es schon oft. Im Training läuft alles super, aber beim Anpfiff ist plötzlich die Blockade da.

Die Psychobremse muss endlich raus. Korkut versucht, dieses Selbstbewusstsein in die Köpfe hineinzubekommen und appelliert an die eigenen Stärken der Spieler: „Wir schauen uns natürlich den Gegner an, aber wir konzentrieren uns auf uns und unser Spiel. Wir wollen in Führung gehen und das Spiel auf unsere Seite ziehen.“

Belfodil nur Joker

Doch wer soll die Tore machen? Stevan Jovetic fällt noch wegen Wadenproblemen aus. Ishak Belfodil konnte nach überstandener Corona-Infektion nur zweimal mit dem Team trainieren. Also bleibt es wohl bei Davie Selke und Myziane Maolida als Doppelspitze. Sie müssen treffen, damit Sonntag bei der digitalen Mitgliederversammlung nicht gleich der ultimative Krisenmodus ausgerufen wird.

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