Zwei Millionen-Löcher und ein Geldbringer: Herthas bereits wieder abgewanderte Einkäufe Dodi Lukebakio (l.), Kris Piatek (r.) und Jhon Cordoba. Foto: Imago

Die Freude war im Juli 2019 bei Hertha BSC riesig, Investor Lars Windhorst stieg bei den Blau-Weißen ein und es flossen seitdem 374 Millionen Euro in die Vereinskasse. Teure Stars wurden geholt. Gebracht hat es sportlich nichts. Hertha steckt im dritten Jahr in Folge im Abstiegskampf und viele Spieler haben nicht mehr den Wert, für den sie mal gekauft wurden. Ein Trauerspiel.

Sportlich ist Hertha auf Relegationsplatz 16 im rasanten Abwärtsstrudel und auch finanziell geht nicht viel. Manager Fredi Bobic sagt es klipp und klar: „Wir müssen den Gürtel enger schnallen.“

Hertha BSC muss weiter sparen

Der KURIER listet alle Spieler auf, die seit Sommer 2019 gekauft wurden. Das traurige Ergebnis: ein Minus von 13,1 Millionen Euro.

600.000 Euro Plus im aktuellen Kader: Ex-Manager Michael Preetz holte im Januar 2020 Lucas Tousart (24) für stolze 25 Millionen Euro von Olympique Lyon. Viel zu teuer! Der Franzose hat momentan einen Marktwert von gerade noch acht Millionen Euro – satte 17 Millionen Minus!

Santiago Ascacibar (25) kam vom VfB Stuttgart (9 Mio., Marktwert: 7,5 Mio., minus 1,5). Im Sommer wurde Torwart Alexander Schwolow (29) für sieben Millionen Euro (Marktwert jetzt: 5 Mio., minus 2) geholt. Nur Dedryck Boyata (31, ablösefrei von Celtic Glasgow, seit 2019 bei Hertha) erhöhte seinen Marktwert von mal zwei auf jetzt fünf Millionen Euro. Das sind dann zusammen 16,5 Millionen Altlasten alleine im aktuellen Kader.

Cunha und Cordoba bringen Hertha Geld

Der jetzige Hertha-Macher Fredi Bobic schaffte es seit vergangenem Sommer durch preiswerte Spieler bis hin zu Schnäppchen trotzdem, daraus ein Plus von 600.000 Euro zu schaffen. Die größten Plusbringer sind der Ex-Stuttgarter Marc Kempf (27, reale Ablöse:  500.000 Euro, wirklicher Marktwert: 7 Mio.), der Ex-Schalker Suat Serdar (24, 8 Mio. Ablöse, 12 Mio. Marktwert) und Ex-Monaco-Stürmer Stevan Jovetic (32, null Ablöse, 3 Mio. wert). Bobics Einkäufe brachten bis auf Ersatztorwart Oliver Christensen (22, kam für 3 Mio. von Odense BK, 1,5 Mio. wert) alle ein Plus.

Ex-Hertha-Star Matheus Cunha wechselte zu Atletico Madrid, bescherte Manager Fredi Bobic ein sattes Transferplus. Foto: Imago

13 Millionen Plus bei Verkäufen: Matheus Cunha (22) kam im Januar 2020 für 18 Millionen Euro aus Leipzig, Bobic verkaufte ihn im Sommer 2021 für 26 Millionen an Atletico Madrid. Jhon Cordoba (28) wechselte im Sommer 2020 für 15 Millionen Euro vom 1. FC Köln zu den Blau-Weißen und wurde für 20 Millionen Euro an den Russenklub Krasnodar verkauft, wobei die Russen kurz danach tönten, viel weniger bezahlt zu haben.

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Bobic macht dort ein Plus von 13 Millionen Euro. Der Mann aus Schwaben muss sich seit seinem Amtsantritt eher als Sanierer inmitten der Corona-Krise verstehen und nicht als hochtrabender Visionär. Das ist die brutale Realität. Sie wird noch deutlicher, wenn man sich die von Preetz gekauften und jetzt verliehenen Profis anschaut.

Piatek, Lukebakio und Löwen kosten Hertha Millionen

26,7 Millionen Minus bei verliehenen Spielern: Stürmer Kris Piatek (26) kam im Winter 2020 für 24 Millionen Euro vom AC Mailand. Der Pole hat jetzt nur noch einen Marktwert von zehn Millionen. Vielleicht steigert er sich bis zum Sommer wieder, wenn er beim AC Florenz trifft.

Dodi Lukebakio (24) wurde im Sommer 2019 für 20 Millionen Euro vom FC Watford geholt, ist jetzt nur noch 13 Millionen wert. Tendenz fallend, weil er auch in Wolfsburg nicht einschlagen konnte. Eduard Löwen (25) kam ebenfalls 2019 für sieben Millionen Euro aus Nürnberg, jetzt wurde er an Bochum verliehen und ist nur noch drei Millionen wert.

Auch bei den Talenten Deyo Zeefuik (23, verliehen an Blackburn Rovers, minus 500.000) und Daishawn Redan (21, verliehen an PEC Zwolle, minus 1,7) ist der Marktwert gesunken.

Nur Omar Alderete (25, verliehen an den FC Valencia) ist momentan 500.000 Euro mehr wert. Das macht insgesamt einen Verlust von 26,7 Millionen Euro bei den verliehenen Spielern. Immerhin wurden Gehälter eingespart.

Aber im Sommer kommt auf Bobic so das nächste Problem zu. Behalten oder verkaufen – und wo ist dann die Schmerzgrenze?

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