Haben bei Hertha BSC wenig Grund zum Lachen: Lucas Tousart und Kris Piatek kosteten fast 50 Millionen Euro, konnten aber bisher nicht überzeugen. City-Press

Endlich! Am 1. Januar öffnet das Transferfenster und Hertha BSC wird auf dem Spieler-Basar zwangsläufig mal wieder mittendrin statt nur dabei sein. Während vier teure Stars ihre Koffer packen könnten, fahndet Sportchef Fredi Bobic nach mindestens zwei Verstärkungen.

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Auch wenn klar ist, dass Hertha nicht wie vor zwei Jahren unter Jürgen Klinsmann das Geld zum Fenster rauswirft und sich erneut zum Transferweltmeister kürt: Es herrscht akuter Handlungsbedarf.

Bobic kündigt Veränderungen an

Das wissen auch die vielen Berater der Branche. „Mein Handy ist Chaos, da bimmelt es die ganze Zeit. Da ist gerade Schlussverkauf und Weihnachtsvorverkauf“, scherzte Bobic vor dem letzten Hinrundenspiel gegen den BVB. Der Kaderplaner kündigte an: „Wir werden unseren Kader noch mal genau anschauen. Wir haben für jede Situation die richtige Antwort.“

Das Problem: Hertha ist trotz der seit 2019 kassierten 374 Millionen Euro von Investor Lars Windhorst zum Sparen gezwungen. Bobic mahnt: „Durch die Pandemie wissen wir nicht, was auf uns zukommt. Manchmal sind das auch Wunschträume, weil die Realität auf dem europäischen Markt doch eine ganz andere ist.“ Heißt: Erst müssen Spieler verkauft werden, bevor Verstärkungen kommen können. Dabei gelten vier Stars als Verkaufskandidaten. 

Krzystof Piatek (26): Der Stürmer kam vor zwei Jahren für satte 24 Mio. Euro vom AC Mailand und fremdelt weiterhin. Der „Pistolero“, der immer wieder mit einer Italien-Rückkehr liebäugelt, hat akute Ladehemmung, ist auch unter Trainer Tayfun Korkut nicht erste Wahl. Sollte ein vernünftiges Angebot für den Polen ins Haus flattern, könnte Piatek seine Zelte in Berlin abbrechen.

Lucas Tousart (24): Herthas Rekordeinkauf (kam für 25 Mio. Euro von Olympique Lyon) verkörpert bis heute nicht das, was Ex-Manager Michael Preetz in dem Franzosen sah. Tousart ist mehr Mitläufer als Anführer und in der Mittelfeld-Hierarchie hinter Santiago Ascacibar, Suat Serdar und Vladmir Darida nur vierte Wahl.

Verlässt Niklas Stark Hertha?

Deyovaisio Zeefuik (23): Der rechte Verteidiger kam als Wunschspieler von Ex-Trainer Bruno Labbadia und sollte Dauerbrenner Peter Pekarik Druck machen. Stattdessen wirkt er auch im zweiten Bundesligajahr nach seinem Vier-Millionen-Wechsel vom FC Groningen meist zu fahrig, leistet sich immer wieder gravierende Fehler.

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Kommt bei Hertha BSC noch nicht in den Tritt und offenbart oft technische Mängel: Rechtsverteidiger Deyo Zeefuik. 

Niklas Stark (26): Anders als die drei Erstgenannten ist der Vize-Kapitän mittlerweile ein Hertha-Urgestein (seit 2015 ein Blau-Weißer). Da der Vertrag des Verteidigers im Sommer aber ausläuft, wird diesen Winter entschieden: Verkauf oder Vertragsverlängerung. Sportlich wäre sein Abschied ein Himmelfahrtskommando. Stark ist diese Saison so etwas wie die letzte Konstante einer oft vogelwilden Verteidigung. Wirtschaftlich könnte Hertha zum Handeln gezwungen sein, bevor Stark im Juli ablösefrei ist.

Hertha sucht zwei neue Spieler  – mindestens 

Der eine oder andere könnte das nötige Geld in die Klub-Kasse spülen, das Bobic dringend baucht, um den Kader zu verstärken. Die größte Hertha-Baustelle bleibt die Außenbahn. Bereits im Sommer fahndete Bobic, insbesondere nach den Abgängen von Javairo Dilrosun (Bordeaux) und der Leihe von Dodi Lukebakio (Wolfsburg), nach einem Flügelspieler für die linke Offensive. Gekommen ist nur Myziana Maolida, der bisher nicht überzeugen konnte. Korkut: „Ich habe mehr Spieler im Kader, die sich in der Zentrale wohler fühlen als außen.“

Für die linke Abwehrseite hat Hertha bereits den Norweger Fredrik André Björkan (23, kommt von Bodø/Glimt ablösefrei) ab Januar an Land gezogen. Gesucht wird dringend ein weiterer Rechtsverteidiger, der Hertha mehr Halt gibt.

Sicher ist: Bobic wird aktiv. „Wir werden das ein oder andere probieren“, erklärte der Sportchef. Auf den Transferbalken in den sozialen Netzwerken, der im Sommer viele Fans schwer enttäuscht zurückließ, werden die Blau-Weißen dabei in diesem Winter verzichten.

Ob Herthas Plan aufgeht, wird sich spätestens am 31. Januar zeigen, wenn der Transfermarkt wieder schließt. 

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