Sami Khedira hat bei seinem letzten Gang seiner Karriere zur Auswechselbank Tränen in den Augen. Foto: dpa

Letztes Spiel und da riss die Serie von acht ungeschlagenen Spielen in letzter Sekunde. Hertha BSC geht mit einem 1:2 (1:0) bei der TSG Hoffenheim. Das Ende einer Gruselsaison und auch das Ende einer großen Karriere. Der schönste Moment an diesem Tag war die Verabschiedung von Sami Khedira (34), der seine letzten Profiminuten spielte und seine Karriere beendet hat.

Großartiger Spieler, großartige Geste! Herthas Kapitän Dedryck Boyata verzichtete auf die Binde und übergab sie dem Rio-Weltmeister Sami Khedira in seinem Abschiedsspiel nach 539 Profi-Einsätzen (inklusive Nationalmannschaft). Der Leitwolf, der den Blau-Weißen mit seiner Erfahrung in der Krise half, lief als Spielführer auf.

Der Ex-Nationalspieler übernahm gleich die Regie im Mittelfeld und leitete die erste Hertha-Chance ein, doch Nemanja Radonjic scheiterte an Keeper Philipp Pentke (8.). Auch die Hoffenheimer machten in der ersten Viertelstunde Dampf. Sargis Adamyan (9.) und Ihlas Bebou (10.) mit den ersten beiden Torchancen für die TSG.

Darida köpft das 1:0

Danach ging es etwas ruhiger zu. Aber die Blau-Weißen schlugen kurz vor dem Pausenpfiff zu. Superschöne Flanke von Marvin Plattenhardt und Vladimir Darida nickte völlig freistehend zum 1:0 (43.) ein. Nach dem Wiederanpfiff ging es wieder munter los. Darida traf in der 48.Minute nur den Pfosten. Im Gegenzug gelang Hoffenheims Adamyan der 1:1-Ausgleich (49.).

Spieler applaudieren Sami bei der Auswechslung

Die Blau-Weißen ließen sich davon aber nicht einschüchtern und hatte durch den eingewechselten Daishawn Redan (70.) die nächste Chance. Klappte nicht! Hervorragend gelang aber der stilvolle Abgang von Khedira. In der 75. Minute wurde er ausgewechselt. Die Ersatzspieler und das Trainer-Team hatten sich dabei die Trikots seiner vorherigen Profistationen (VfB Stuttgart, Real Madrid und Juventus Turin) übergestreift. Sie applaudierten minutenlang. Khedira war gerührt: „Ich war nur vier Monate hier. Aber diese Jungs haben Herz, es sind gute Jungs!“

Doch das Spiel ging ja noch weiter und da traf Hoffenheims Andrej Kramaric in der Nachspielzeit zum 2:1 (90.+1). Herthas Ungeschlagen-Serie beendet, genau wie eine ganz schlimme Saison, die am 33. Spieltag ein kleines Happyend mit dem Klassenerhalt hatte.

Trainer Pal Dardai nach dem Schlusspfiff: „Am Ende hat uns die letzte Konsequenz gefehlt. Das ist schade wegen der Serie. Ich bin froh, dass wir die Saison überlebt haben.“