Wo bin ich hier gelandet? Hertha-Keeper Alexander Schwolow fühlte sich wie im falschen Film.  Foto: Ottmar Winter

Die blau-weiße Schockstarre durch die blamable 4:5-Pokal-Pleite bei Zweitligist Braunschweig ließ eine Entscheidung fast untergehen: Alexander Schwolow ist Herthas neue Nummer eins, verdrängt den langjährigen Stammkeeper Rune Jarstein (35). Grund zum Feiern hatte der 28-Jährige wahrlich nicht: Schwolow erlebte ein Debakel-Debüt.

„Es war ein Albtraum-Spiel, furchtbar, eine Katastrophe“, erklärt der 4-Millionen-Zugang vom SC Freiburg fassungslos und fasst zusammen: „Es lief echt alles schief, was schieflaufen konnte. Immer, wenn wir dran waren, hat Braunschweig ein Ding reingeeiert.“

Und daran war Schwolow nicht ganz unbeteiligt: Beim 0:1 nach nur 63 Sekunden durch Martin Kobylanski beorderte Herthas Keeper nur drei Mitspieler in die Mauer – der Ex-Unioner nutzte die freie Bahn, traf aus 25 Metern in die Torwartecke. „Mit ein bisschen Glück drücke ich den Ball raus. Er setzt unangenehm auf, ich bin fast dran. Das passte zum Spiel“, beschreibt Schwolli den unangenehmen, aber haltbaren Schuss.

Dass Hertha erstmals seit acht Jahren bereits in der ersten Pokal-Runde K.o. ging (zuletzt 2012 unter Trainer Jos Luhukay beim 1:2 in Worms), lag aber nicht nur an Schwolow. Jedes blau-weiße Aufbäumen machten immer wieder individuelle Aussetzer zunichte.

Besonders die Innenverteidigung ohne die zum Ende der Vorsaison gesetzten Dedryck Boyata (Achillessehne) und Jordan Torunarigha (Sperre) wirkte konfus, Niklas Stark und Karim Rekik leisteten sich immer wieder haarsträubende Fehler– die auch Schwolow nicht mehr ausbügeln konnte.

Ein Abwehrverhalten, das auch Trainer Bruno Labbadia fassungslos macht: „Wir haben uns selbst geschlagen. Das war extrem – und somit sehr schade!"

Die Entscheidung: Union-Leihgabe Suleiman Abdullahi tunnelt Schwolow zum 3:5. 
Foto: Imago Images

Besonders für Schwolow, für den der letzte Akt des Schützenfestes genauso bitter verlief, wie es begonnen hatte: Union-Leihgabe Suleiman Abdullahi tunnelte Herthas neuem Stammkeeper. „Wir hatten den Traum, es ins Finale zu Hause zu schaffen. Das ist sehr, sehr bitter“, erklärt Schwolow.

Zeit zum Wunden lecken bleibt ihm und seinen Kollegen nur kurz. Die sollte aber genutzt werden. Um den kompletten Fehlstart zu vermeiden, muss das blau-weiße Abwehrverhalten bis zum 1. Spieltag in Bremen (Sonnabend, 15.30 Uhr) massiv verbessert werden.