Herthas Präsident Kay Bernstein (2.v.l.), Finanzboss Tom Herrich (r.) mit den 777-Bossen Josh Wander (l.) und Steven Pasko.
Herthas Präsident Kay Bernstein (2.v.l.), Finanzboss Tom Herrich (r.) mit den 777-Bossen Josh Wander (l.) und Steven Pasko. Twitter

Hochspannung vor Herthas erstem Bundesliga-Spiel 2023 beim VfL Bochum (Sonnabend, 15.30 Uhr). Schießen sich die Blau-Weißen ganz schnell aus den Abstiegsregionen heraus? Doch auch eine ganz andere Frage beschäftigt die Fans: Wann ist der Vertrag mit dem neuen Investor 777 Partners endlich eingetütet und das unrühmliche Kapitel um Geldgeber Lars Windhorst zu den Akten gelegt? Präsident Kay Bernstein (42) redet im Podcast „Hertha Base“ Klartext über den Deal.

Lange kann es nicht mehr dauern. „Das ist eher eine Frage von Wochen und nicht Monaten, bis alles unterschrieben. Windhorst ist sich mit dem Verkauf der Anteile mit 777 einig. Und wir sind mit 777 auf der Zielgeraden, um sich da auch einig zu werden“, erklärt Bernstein.

Bernstein sicher: Die machen nicht den gleichen Fehler wie Windhorst

Der gescheiterte Investor Lars Windhorst verabschiedet sich in den nächsten Wochen bei Hertha BSC.
Der gescheiterte Investor Lars Windhorst verabschiedet sich in den nächsten Wochen bei Hertha BSC. dpa/Gora

Für den neuen Präsidenten, der seit im Juni 2022 im Amt ist, wird damit die nächste Großbaustelle im Verein beseitigt. Bernstein lobt die US-Firma aus Miami, die schon an sechs anderen Klubs weltweit beteiligt ist, für die bisherigen Verhandlungen: „Natürlich macht die Partei nicht den gleichen Fehler wie die alte und unterschreibt irgendwie blindlinks und kann sich danach mit Hertha hinsetzen und fragen: Wo wollt ihr eigentlich hin? Was braucht ihr, was habt ihr noch?“

Nein, diesmal soll alles besser werden, damit es keinen Zoff gibt. Es gab echte Verhandlungen über gemeinsame Ziele. Bernsteins Eindruck bei seinem Antrittsbesuch in der 777-Firmenzentrale in Miami: „Die Gespräche waren angenehm, professionell und ehrlich. Die haben sich schon gute Leute geholt. Also, da sitzen jetzt keine Blindpesen.“ Eigentlich das höchste Lob in Berlin, ähnlich wie: Da kannste nicht meckern.

Bernstein weiter: „Die haben Experten in ihrem Laden. Wenn du in den Geschäftsräumen unterwegs bist, spürst du eine Unternehmenskultur und Teamarbeit. Da siehst du, wie viele Flipcharts da stehen. Guck mal bei der Tennor (Windhorsts Firma, Anm. d. Red.), wie viele Flipcharts du da findest …“

Nur 75 Prozent Anteile dürfen verkauft werden

Der Präsident sagt im Rückblick auf die gescheiterte Zusammenarbeit mit Windhorst, der immerhin 374 Millionen Euro in den Klub für 64,7 Prozent Anteile an der Hertha-KGaA steckte: „Es ist doch klar, dass man aus den Fehlern der Vergangenheit lernt und nicht sagt: Komm gib Geld und wir machen. Gemeinsamer Plan, gemeinsame Erwartungshaltung. Anders stände man wieder sofort im Konflikt. Wir haben einen Fünf-Jahres-Plan mit den Kollegen entwickelt. Wie geht es weiter mit der Wirtschaft, mit der Akademie, Datenanalyse, Scoutingbereich. 777 hat ein großes Netzwerk. Wir wären mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn wir sagen: Wir wissen alles besser und hören uns das noch nicht mal an.“

Gibt es neben dem Verkauf noch zusätzliches Geld direkt an Hertha? Bernstein schließt es nicht aus: „Das kann sein, aber es gibt eine Kappungsgrenze. 25 Prozent Anteile müssen bei dem Verein bleiben. Da sind nicht mehr viele Prozente zum Verkaufen.“

Bernstein nimmt keinen Blatt vor dem Mund, wenn es um die vergangenen Jahre ging, wo so fast alles mit Windhorst und den vielen Millionen schieflief: „Wir sind doch das warnende Beispiel: Wenn ihr zu so viel Geld kommt, macht es nicht bitte so wie Hertha BSC. Das wird uns noch länger nachhängen.“

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