Krzysztof Piątek wurde von Polen im Nations-League-Spiel in Bosnien-Herzegowina nicht eingesetzt.  Foto: Imago Images

Das wird die Laune von Bruno Labbadia nicht verbessern! Dass die Länderspielpause kurz vor dem Saisonstart Herthas Cheftrainer besonders ärgerte, ist bekannt. Sein einziger Wunsch war: „Ich hoffe, dass die Spieler, die zu ihren Nationalteams reisen, dort auch zum Einsatz kommen. Alles andere wäre zu diesem Zeitpunkt eine Katastrophe.“

Doch auch diese Hoffnung zerschlug sich gestern Abend in Bosnien-Herzegowina. Polen-Stürmer Krzysztof Piątek stand beim 2:1 Sieg auf dem Balkan keine Sekunde auf dem Feld. Weil Bosnien-Herzegowina in Deutschland als Corona-Risikogebiet gilt, muss Piątek nach seiner Rückkehr für fünf Tage in Quarantäne - und verpasst damit das erste Pflichtspiel der Saison am Freitag (20.45 Uhr), wenn Hertha im DFB-Pokal auf Zweitligist Eintracht Braunschweig trifft. 

Hertha war zuvor versprochen worden, das Spiel an einen Standort außerhalb des Risikogebietes zu verlegen. Sollte dies nicht gelingen, müsse Piatek nicht mitreisen, hieß es. „Beides ist nicht eingetroffen. Krzysztof ist entgegen der Absprache mit nach Bosnien gereist“, erklärte Manager Michael Preetz. 

Der Leidtragende ist aber vor allem Piątek selbst. Herthas Angreifer wollte die Gunst der Stunde nutzen, während der Abwesenheit von Star-Stürmer Robert Lewandowski als  Angreifer Nummer eins auf Torejagd gehen. „Der Spieler sitzt natürlich zwischen zwei Stühlen. Er sollte unbedingt für sein Land spielen, in so eine Situation sollte man einen Spieler nicht bringen. Es ist sehr schade, wie alles gelaufen ist“, ärgerte sich Labbadia. 

Wer Piątek im Sturmzentrum bei den Löwen am Freitag ersetzen soll, ließ Labbadia offen. Mögliche Kandidaten sind Matheus Cunha, Dodi Lukebakio oder Daishawn Redan. „Da machen wir uns Gedanken drüber, das ist noch sehr frisch. Wir hatten noch Hoffnung gehabt, dass Kris nicht in Quarantäne muss“, erklärte Herthas Chefcoach.