Der dänische Torwart Oliver Christensen machte bisher nur zwei Hertha-Spiele. Aber die hatten es in sich. Es waren die Relegationspartien gegen den Hamburger SV.
Der dänische Torwart Oliver Christensen machte bisher nur zwei Hertha-Spiele. Aber die hatten es in sich. Es waren die Relegationspartien gegen den Hamburger SV. City-Press

Vieles ist bei Hertha BSC ungewiss, aber eines steht jetzt schon fest: Torwart Oliver Christensen (23) ist die neue Nummer eins. Das hat Trainer Sandro Schwarz sofort festgelegt. Alexander Schwolow weg zu Schalke 04, Marcel Lotka weg zu Dortmund. Jetzt ist der Däne Christensen am Ziel bei den Blau-Weißen. Doch das reicht ihm nicht. Er träumt von der WM in Katar.

Dänemarks Christensen: „Die WM ist definitiv ein Ziel für mich“

„Eine Weltmeisterschaft steht an. Wenn ich in der Bundesliga spiele, bin ich für den Nationaltrainer eine gute Alternative. Ich hoffe noch auf Katar! Wir müssen schauen, wie es läuft. Aber die WM ist definitiv ein Ziel für mich“, sagt Christensen selbstbewusst.

Darf er auch so sagen. Denn Nervenstärke hat der Spaßvogel (O-Ton: „Um alle meine Macken aufzuzählen, fehlt uns die Zeit. Wenn Sie meine Freundin fragen, würde sie auch sagen: Das ist ein spezieller Typ.“) schon bewiesen. Er spielte vergangene Saison nur zweimal – in Herthas wichtigsten Spielen, in der Relegation gegen den HSV.

Oliver Christensen spricht über Herthas Relegation

Herthas Oliver Chrisensen führte mit Kevin-Prince Boateng nach dem 2:0 beim HSV einen Freudentanz auf.
Herthas Oliver Chrisensen führte mit Kevin-Prince Boateng nach dem 2:0 beim HSV einen Freudentanz auf. Imago Images

Christensen erinnert sich genau: „Ich wusste einen Tag vor dem Hinspiel Bescheid. Ich hatte es geahnt, weil Marcel Lotka verletzt war. Deswegen war ich mental vorbereitet. Dann diese blöde Flanke zum 0:1. So ein Tor passiert dir ein-, zweimal in der Karriere. Jetzt war es einmal. Das war unglücklich. Wir hatten das Glück dann im zweiten Spiel.“ Christensen sagt zum 2:0-Rückspiel: „Das war das wichtigste Spiel meiner Karriere. Da war der ultimative Druck. Beim Aufwärmen hatte ich dann aber ein gutes Gefühl.“

Nach dem Sieg tanzte Christensen vor Freude ganz ausgelassen. „Das war ein Spaß, das war für die Fans. Ich bin halt ein lustiger Typ. Auch mit meiner Freundin mache ich immer einen kleinen Tanz. Wann ich wieder tanzen will? Wenn wir etwas Besonderes schaffen, vielleicht ja schon am ersten Spieltag (da spielt Hertha bei Union, die Red.)“, lacht er los.

Dabei war der Spaßvogel in der Saison zunächst der Pechvogel. Als Ex-Stammkeeper Schwolow im Februar an Corona erkrankte, erwischte es auch Christensen, und danach hatte er eine Muskelverletzung in der Wade. Lotka sprang ein und blieb im Tor. Christensen gibt ehrlich zu: „Es war eine schwere Zeit. Marcel hat das sehr gut gemacht. Wenn ich nicht Corona gehabt hätte und verletzt gewesen wäre, wäre es meine Chance gewesen. Wenn du einen Torhüter hast, der es gut gemacht hat, wechselst du nicht. Ich war nicht sauer. Ich war ein bisschen unglücklich. Aber ich habe weitergemacht im Training.“

Hertha BSC: Oliver Christensen lobt Rune Jarstein

OIiver Christensen bei der Arbeit mit Torwartrainer Andreas Menger und Ersatzkeeper Rune Jarstein.
OIiver Christensen bei der Arbeit mit Torwartrainer Andreas Menger und Ersatzkeeper Rune Jarstein. City-Press

Jetzt ist er am Ziel und Herthas neue Nummer eins. Dabei hat er neben Torwarttrainer Andreas Menger auch noch Keeper-Routinier Rune Jarstein als Mentor und Konkurrenten. Den lobt er in den höchsten Tönen: „Rune gibt immer gute Tipps. Und es ist noch mal anders, wenn nicht nur Andi was sagt, sondern du etwas von einem erfahrenen Kollegen hörst. Rune ist nicht nur ein guter Torwart, sondern auch ein guter Mensch.“

Zum Schluss kommt dann wieder sein spitzbübischer Humor heraus: „Ich unterhalte mich irgendwie skandinavisch mit Rune. Ich kann ihn zu 100 Prozent verstehen, er mich nur zu 50 Prozent. Selbst für einen Norweger ist Dänisch eine verrückte Sprache.“

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