Wenigstens ein Lichtblick: Matheus Cunha konnte nach seinen Leistenproblemen wieder in Köln spielen. Überflieger war er auch nicht. Er ist mit Hertha ist eher auf dem harten Boden der Tatsachen gelandet. Foto: City-Press

Die Aufholjagd im Januar blieb bisher aus, das Mini-Ziel bleibt: 20 Punkte in der Hinrunde. Die Nullnummer in Köln brachte kein Tor, wenigstens aber einen Zähler, somit 17 insgesamt. Mit einem Heimsieg morgen (20.30 Uhr) gegen Hoffenheim hätten die Blau-Weißen ihre 20 Punkte. Es ist ein Minimalisten-Roulette.

Herthas Ansprüche sind während der trostlosen Hinrunde geschrumpft. Mit neuen, jungen Spielern und der Hoffnung auf einen Euro-Platz im Sommer gestartet und jetzt geht es nur darum, nicht in den Abstiegssog zu geraten.

So muss man auch die Sätze verstehen, die Trainer Bruno Labbadia nach dem kämpferischen, aber nicht flüssigen 0:0 von Köln sagte. Es war immerhin eine Leistungssteigerung gegenüber dem 0:1 in Bielefeld. „Wir wissen, dass wir zwei Punkte liegen gelassen haben. Allerdings nicht, weil wir schlecht gearbeitet haben, sondern weil uns einfach das nötige Spielglück gefehlt hat, um die Tore zu machen“, erklärte der Coach.

Ja, Hertha hat schon viel zu viele Punkte liegen gelassen. Gegen Hoffenheim muss die 20 voll gemacht werden. Es ist das interne Minimalziel für die Hinrunde. Es ist die Vorstellung, dass man nach der Saisonhalbzeit die Hälfte der Punkte für den Klassenerhalt (40) haben sollte. Und man wäre dann immerhin ein Pünktchen besser als in der vergangenen Katastrophensaison zum gleichen Zeitpunkt.

Echter Fortschritt sieht zwar anders aus und Herthas Fans schauen neidisch nach Köpenick. Der 1. FC Union hat 28 Punkte und steht auf Euro-Platz 5.

Bei einer anderen Tabelle sieht es für Hertha noch düsterer aus. Die Blau-Weißen stehen mit 23 Millionen Euro Transferkosten im Sommer nach Dortmund und Bayern auf Platz 3. In der sportlichen Tabelle sind sie nur Dreizehnter. Eine Differenz von Minus-Zehn. Im Effektivitätsbarometer ist das aktuell der letzte Platz. Auch das fließt in die Saison-Halbzeitbilanz ein.

Keiner ist zufrieden. Besonders nicht die Spieler selbst. Eigengewächs Maxi Mittelstädt sagt es so: „Es ist bitter, dass wir die Punkte in Köln nicht mitgenommen haben. Gegen Hoffenheim wartet ein ähnliches Kräftemessen auf uns. Es wird wieder Zeit, zu gewinnen.“

Nein, eigentlich ist es noch dramatischer. Der Heimsieg wird zur Pflicht. Alles auf die 20!