Erlebte gegen die Eintracht einen gebrauchten Nachmittag: Herthas Offensiv-Hoffnung Lazar Samardzic (18).  Foto: Imago Images/ Jürgen Engler

Erster Dämpfer für Herthas Senkrechtstarter! Lazar Samardzic erlebte wie seine Kollegen beim 1:4 gegen Frankfurt ein Nachmittag zum Vergessen. Cheftrainer Bruno Labbadia (54) erklärt, warum er den 18-Jährigen bereits nach 21 Minuten wieder auswechselte. 

Nach einer Einwechslung frühzeitig wieder vom Feld zu müssen, gilt im Fußball gemeinhin als Höchststrafe. Davon wollte Labbadia im Fall Samardzic nichts wissen: „Wir kennen seine Stärken. Die liegen sicherlich mehr im offensiven als im defensiven Bereich. Um ehrlich zu sein, haben wir schon in der Halbzeit darüber nachgedacht, ihn wieder vom Feld zu nehmen.“

Was war passiert? Nach zwei Kurzeinsätzen gegen Union und in Dortmund über insgesamt elf Minuten, bot sich für Samardzic gegen Frankfurt die Chance, mehr von seinem Können zu zeigen. In der 34. Minute schickte Labbadia das Offensiv-Juwel, auf das bereits der FC Barcelona ein Auge geworfen haben soll, für den verletzen Per Skjelbred aufs Feld. Weil Hertha kurz darauf durch die Rote Karte gegen Dedryck Boyata in Unterzahl geriet, änderten sich die taktischen Vorzeichen im zweiten Abschnitt. 

Statt weiter mit Dampf nach vorne zu spielen, wollte Labbadia die 1:0-Führung retten. „Das war ein Sonderfall. Wir mussten in Unterzahl reagieren. Das ist nicht sein Spiel. Das hat ihm nicht so gelegen“, erklärt der Trainer, fordert aber auch: „Er muss es trotzdem besser machen.“

Vor allem vor dem 1:1 in der 51. Minute. Samardzic mied den Zweikampf an der Strafraumgrenze, ließ die Flanke zu, die Bast Dost zum 1:1 nutzte. „Das war eine wichtige Prüfung für ihn. Man muss auch in der Defensive Dinge machen“, unterstrich Labbadia. Von einem Denkzettel kann aber keine Rede sein. „Das ist nie etwas Persönliches. Das wissen die Spieler.“

Vielleicht bekommt Samardzic schon in Freiburg (Dienstag, 20.30 Uhr) die nächste Chance, sich in der Bundesliga zu beweisen. Der Klassenerhalt ist trotz der zweiten Pleite in Folge sicher, Europa (Platz sieben) nicht mehr wirklich in Reichweite. Die Luft soll dennoch noch nicht raus sein. Labbadia: „Jeder kann sich zeigen, jeder hat eine Chance. Ich habe weiter null Probleme, junge Spieler zu bringen.“

Zum Umbauen ist Labbadia gegen die Breisgauer sowieso verdammt: Neben dem Rot gesperrten Abwehrchef Boyata, wird aller Voraussicht nach auch Stabilisator Skjelbred (Wade) nicht rechtzeitig fit. Gleichzeitig füllt sich das Hertha-Lazarett durch die Erkrankung von Maximilian Mittelstädt weiter.