Gibt sich noch geduldig, würde sich aber freuen, bereits bald neue Spieler zu coachen: Herthas Cheftrainer Pal Dardai.  City-Press

Sehnsüchtig warten Hertha-Fans jeden Tag auf eine neue Vollzugsmeldung. Schließlich sollen noch reichlich neue Spieler kommen. Doch der Transfermarkt steht still. Sportchef Fredi Bobic bleibt vorerst gelassen, hofft auf einen Domino-Effekt.

„Jetzt kommt es darauf an, ob die Engländer zwei Wochen im Koma liegen“, erklärt Bobic nach der EM-Finale gegen Italien. Bobic weiter: „Im Moment ist es total ruhig. Es wird Zeit, dass Geld in den Markt fließt.“

Soll heißen: Insbesondere die reichen Premier-League-Klubs müssen das Karussell in Schwung bringen, damit sich auch in der Bundesliga etwas tut.

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Das Warten macht es für Pal Dardai kompliziert 

Immerhin: Hertha hat bereits einen Teil der Hausaufgaben erledigt, mit Suat Serdar und Kevin-Prince Boateng die Lücken geschlossen, die Matteo Guendouzi (Leihende) und Sami Khedira (Karriereende) hinterließen. 

Dennoch wartet auf Bobic noch viel Arbeit. Hertha sucht noch mindestens zwei neue Außenbahnspieler. Und: Sollten Dedryck Boyata, Dodi Lukebakio, Javairo Dilrosun oder Matheus Cunha die Blau-Weißen verlassen, muss Ersatz her. „Wenn der Zeitpunkt da ist, wenn es Abgänge gibt, werden wir das ein oder andere machen“, sagt Bobic und schiebt hinterher: „Es geht Zug um Zug, ein bisschen wie beim Schach.“

Oder eben wie beim Domino. Der erste Stein, der fällt, löst eine Kettenreaktion aus – von der Hertha BSC profitieren will.

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Dodi Lukebakio versenkt im Training einen Elfmeter. Der Belgier gilt bei Hertha BSC als Wechselkandidat. 

Das Gute: Bobic verfügt über eine lange Liste an Kandidaten. Das Schlechte: Das lange Warten macht die Vorbereitung für Pal Dardai schwieriger. Der Ungar will nicht meckern, aber klar ist: Jeder Trainer will so früh wie möglich seinen Kader zusammen haben – insbesondere nach der Horror-Saison und der fehlenden Hierarchie im Team.

„Wir haben das geklärt. Bis zum ersten Spieltag soll alles klar sein“, zeigt sich Dardai nach zwei Wochen Vorbereitung geduldig, schiebt aber auch hinterher: „Über die Zielsetzung können wir reden, wenn der Kader komplett ist. So weit sind wir nicht. Einige kommen noch, einige gehen noch.“

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Herthas Fredi Bobic: Mentalität schlägt Qualität

Bis dahin übt Dardai den Spagat. Weil die EM-Fahrer noch fehlen, tummeln sich derzeit neben einigen Wechselkandidaten viele Nachwuchsspieler auf dem Übungsplatz. Vor dem Testspiel gegen Zweitligist Hannover 96 (Mittwoch, 17 Uhr) erklärt Dardai: „Über das System, unsere Spielweise und -philosophie kann ich noch nichts sagen.“

Dardais Hoffnung: Wenn Hertha in zwei Wochen ins zweite Trainingslager nach Leogang (25. Juli bis 1. August) reist, sollte der Kader größtenteils komplett sein. „Taktik, unsere Schwerpunkte in der Offensive und Defensive, das bleibt alles für Österreich.“

Bobic weiß das natürlich. Statt das Team wahllos zusammenwürfeln, legt er aber besonders Wert auf die Balance. Die potenziellen Zugänge müssen sich einhundertprozentig mit Hertha identifizieren: „Das Wichtigste ist, miteinander Mentalität zu zeigen. Dann bist du manchmal besser als Mannschaften, die mehr Qualität besitzen. Das hat uns auch die Europameisterschaft und besonders Italien gezeigt: Du musst brennen.“

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