Jetzt müsst ihr! Herthas Trainer Pal Dardai fordert von seinen Spielern einen Sieg gegen den FC Augsburg.  Foto: Imago

Jetzt oder nie! Bisher nahm Pal Dardai (44) ganz bewusst jegliche Last von den Schultern seiner Hertha-Profis. „Bloß nicht verkrampfen“ lautete die Dardai-Devise. Doch vor dem Krisengipfel gegen den FC Augsburg (Sonnabend, 15.30 Uhr) ändert der Cheftrainer die Vorzeichen: Dardai bittet zum Druck-Test.

„Jeder kann die Tabelle lesen“, sagt Dardai und stellt vor dem Augsburg-Duell fest: „Das ist ein Muss-Spiel, und das werde ich diese Woche immer wieder betonen.“

Bisher war Hertha in seinen ersten fünf Spielen seiner zweiten Amtszeit (vier Niederlagen, ein Remis) beim VfB Stuttgart und vor allem gegen die Top vier der Liga der Außenseiter. Klar hoffte jeder Blau-Weiße auf einen Überraschungscoup. Ein Sieg war aber nicht eingeplant. 

Lesen Sie auch: Personalsorgen immer schlimmer: Herthas Trio fatale! Khedira, Cunha und Radonjic im Lazarett >>

Das ändert sich jetzt. Dardai bittet zum Druck-Test: „Ich werde diese Woche immer wieder ,muss, muss, muss‘ sagen. Ich will sehen und spüren, wie sie damit klarkommen.“

Hoffnung, dass seine Spieler nun mental stark genug sind, gibt Dardai die Entwicklung unter ihm. „Wir hatten eine gute Organisation in den Spielen, viele herausgespielte Torchancen und wenig Chaosmomente“, zählt Dardai auf. Lediglich die Chancenverwertung war mangelhaft. „Es liegt am letzten Pass oder Schuss. Irgendwann muss es klingeln“, prophezeit der Ungar.

Das Gute: Seine Führungsspieler haben die bedrohliche Lage erkannt. „Wir müssen ehrlich sein: Wir sind im Abstiegskampf“, unterstreicht Torhüter Rune Jarstein und erklärt: „Die Spiele in den kommenden Wochen werden sehr wichtig.“

Lesen Sie auch: Verteidiger ist nach seinem Fehler mega-unglücklich: Dardai tröstet Eigentor-Pechvogel Klünter >>

Auch Vize-Kapitän Niklas Stark will den blau-weißen Bock endlich umstoßen. „Wir machen ein gutes Spiel auswärts beim Tabellendritten“, sagt Stark über das 0:2 in Wolfsburg. Seine Marschroute für den Krisengipfel: „Wir müssen den Befreiungsschlag erzwingen. Im Moment ist es auch eine Kopfsache.“

Das weiß auch Dardai. Entsprechend kann sein psychologischer Kniff auch schiefgehen. „Wir haben sehr viele unerfahrenere Spieler. Es kann auch sein, dass wegen diesem ‚Muss‘ ein katastrophales Spiel herauskommt“, warnt er. Wie sehr man unter Druck verkrampfen kann, sah man 45 Minuten lang beim 1:1 in Stuttgart. „Das haben wir in der Pause korrigiert und danach ohne Hemmungen gespielt. Das war okay“, erinnert sich Dardai an die halbgelungene Generalprobe. 

Gegen Augsburg müssen seine Spieler aber über 90 Minuten auf der Höhe sein. Dardai ist selbst gespannt: „Ich kann sie mental vorbereiten und werde es genau beobachten. Aber wenn der Schiri pfeift, sind die Spieler gefragt.“