Können gemeinsam Lachen, stritten sich aber darüber, wer den Elfer gegen Wolfsburg schießen darf: Herthas Davie Selke und Dodi Lukebakio.  City-Press

Eine Szene und mindestens zwei Meinungen.

Dodi Lukebakio und Davie Selke stritten sich in der 57.Minute gegen Wolfsburg, wer den Elfmeter schießt. Es hatte ein bisschen was von Kindern auf dem Bolzplatz, die unbedingt glänzen wollen. Eine Glanzvorstellung war das aber nicht. So fand es auch Manager Fredi Bobic, der dazu nur sagte: „Mir hat das nicht gefallen, da bin ich ganz ehrlich. So etwas kann man einfacher regeln, schon vor dem Spiel. Dass es diese Diskussion auf dem Platz gab, sieht nach außen nicht gut aus.“

Trainer Pal Dardai hat die Diskussion, die dann Kapitän Dedryck Boyata schlichtete, dagegen ganz anders interpretiert: „Ich fand es nicht negativ, sondern positiv. Als Trainer freust Du dich, wenn zwei Spieler schießen wollen. Das ist doch besser, als wenn elf Spieler Sportschokolade in der Hose haben.“

Ein Fingerzeig oder Blick sollte genügen

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Davie Selke (r.) gratuliert, wenn auch noch ein wenig angefressen, Dodi Lukebakio (m.) nach seinem verwandelten Elfmeter gegen Wolfsburg.

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Dünnpfiff, nein das will auch keiner sehen. Wer aber jetzt daraus erkennen will, dass es Unstimmigkeiten im Team gibt, liegt ganz falsch. Davie Selke wollte, genau wie Dodi Lukebakio, für die Mannschaft – nicht für sich selbst – dieses 1:0 machen. Selke sagte es auch später: „Dodi hat es gemacht. Hauptsache das Ding war drin.“

Was man beiden dagegen vorwerfen kann, ist dieser naive Drang, der einfach total uncool aussieht. Jungs, regelt das beim nächsten Mal souveräner wie Gentlemen auf dem Platz. Mit einem kurzen Blick und einem Fingerzeig, den fast keiner mitbekommt: „Du oder ich?“

Elfmeter sind für den Schützen eine Pflichtaufgabe, wirklich nicht mehr. Die Kür zum echten Glänzen sind schöne Tore nach einer Flanke, einem Pass oder einem Sololauf – schlichtweg: Beim Spiel miteinander!

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