Herthas Dodi Lukebakio ist seit Tagen gut gelaunt, wenn er auf den Trainingsplatz kommt.
Herthas Dodi Lukebakio ist seit Tagen gut gelaunt, wenn er auf den Trainingsplatz kommt. City-Press

Manchmal ändern sich Gefühlslagen ganz schnell. Herthas Dodi Lukebakio (25) war vor drei Wochen noch tieftraurig, dass er nicht mit Belgien zur WM fahren durfte. Jetzt kann der Stürmer drei Kreuze machen, dass er nicht dabei war. Belgien flog genauso schnell raus wie Deutschland. Die Enttäuschung blieb Dodi erspart und noch viel mehr …

Die Roten Teufel entpuppten sich bei dem Turnier als zerstrittener Haufen und schoben sich unverblümt öffentlich die Fehler auf dem Rasen gegenseitig in die Schuhe. Kevin de Bruyne rechnete noch während der Vorrunde mit seinem Team ab: „Unsere Chance war 2018. Jetzt sind wir zu alt!“ Es war der Auftakt der Selbstzerfleischung. Teamspirit, Harmonie? Fehlanzeige!

Für den manchmal sensiblen Lukebakio wäre diese WM-Teilnahme Gift gewesen. Herthas Trainer Sandro Schwarz sprach vor drei Wochen mit Lukebakio nach seiner Nichtnominierung und baute ihn wieder auf: „Du bist beim nächsten Mal dabei. Jetzt nicht den Kopf hängen lassen.“ Da ahnte noch keiner, dass die WM für Belgien im Desaster endet.

Lukebakio hat zu sich gefunden

Dodi Lukebakio hat unter Herthas Trainer Sandro Schwarz den Leistungsschub bekommen. 
Dodi Lukebakio hat unter Herthas Trainer Sandro Schwarz den Leistungsschub bekommen.  imago images/Simon

Herthas bester Torschütze (7 Treffer) ließ sich nicht unterkriegen. Gut gelaunt und immer mit einem Lächeln zog er das blau-weiße Training durch. Bei Hertha hat er die Harmonie, die er braucht. Und er liefert ab. Beim 2:1-Test in Hannover am Freitag legte er nach einem Sololauf bärenstark auf Sieg-Torschütze Vladimir Darida ab.

Lukebakio hat zu sich selbst gefunden. Und motiviert sich auf seine Art – auch ohne Nationalelf. Auf Instagram veröffentlichte er ein Bild mit einer wunderschönen Fotomontage, die ihn selbst in unterschiedlichen Trikots zeigt. Er hält den Bilderrahmen und strahlt zufrieden. 

Herthas Dodi Lukebakio präsentiert froh gelaunt eine Fotomontage mit all seinen Trikots.
Herthas Dodi Lukebakio präsentiert froh gelaunt eine Fotomontage mit all seinen Trikots. Instagram

Für ihn ist es auch ein kleiner Rückblick, ein Zwischenfazit seiner Karriere. RSC Anderlecht, FC Toulouse, RSC Charleroi, FC Watford, Fortuna Düsseldorf, VfL Wolfsburg. Bei keinem Profi-Team war er länger als ein Jahr. Bei Hertha spielt der hochbegabte Flügelflitzer – mit einer Unterbrechung als Leihspieler in Wolfsburg – seine dritte Saison.

Er scheint jetzt endgültig angekommen zu sein. Drei Tage noch hartes Training, dann geht es in den Urlaub. Im nächsten Jahr geht es mit Vollgas weiter. Belgiens spanischer Nationaltrainer Roberto Martinez ist nach dem WM-Aus zurückgetreten. Mit einem neuen Coach und einem Neuanfang bei den Roten Teufeln erhöhen sich Lukebakios Chancen auf eine Nominierung.

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