Herthas Javairo Dilrosun sorgte vergangene Woche gegen den 1. FC Union für die Wende. Nun soll er auch in Mönchengladbach wirbeln.  Foto:  City-Press

Nicht dabei und trotzdem in aller Munde! Weil Herthas gelbgesperrter Zauberfuß Matheus Cunha (21) Bruno Labbadia beim Spiel in Mönchengladbach (Sonnabend, 15.30 Uhr) fehlt, setzt der blau-weiße Cheftrainer auf sein dynamisches Derby-Duo: Javairo Dilrosun (22) und Kris Piatek (25). Dass es auch ohne Topscorer Cunha geht, bewies Hertha bereits. 

Cunhas Ausfall trifft Hertha hart. „Matheus hat seine eigene Art. So ein Spieler ist nie eins zu eins zu ersetzen.“

Der Brasilianer ist quasi direkt seit seiner Verpflichtung im Januar Dreh- und Angelpunkt der Blau-Weißen, machte auch in dieser Saison bereits so häufig den besagten Unterschied aus. „Cunha schießt nicht nur Tore, sondern kann auch die gegnerische Mannschaft beschäftigen, fordert Bälle, hat gutes Tempo. Wir müssen uns was einfallen lassen“, erklärt Labbadia.

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Tousart droht Bank 

Zum Glück besitzt Hertha zwei Spieler, die sich im Aufwind befinden: Dilrosun und Piatek drehten das Derby gegen den 1. FC Union in der zweiten Halbzeit quasi im Alleingang. Herthas Holland-Flitzer wirbelte über die linke Außenbahn, sorgte immer wieder mit gefährlichen Tempo-Dribblings für Gefahr, bereitete so beide Piatek-Treffer vor – und imponierte endlich mal wieder Manager Michael Preetz: „Er hat ein Ausrufezeichen im Derby gesetzt. Das war wichtig für ihn. Er hat eine wahnsinnige individuelle Qualität und gezeigt, dass er uns helfen kann.“

Wie sehr so ein Auftritt gerade den zunächst verletzten und dann kaum berücksichtigten Dilrosun beflügeln kann, soll diese Woche im Training zu sehen gewesen sein. „Er hat Selbstvertrauen getankt. Das war spürbar“, freut sich  Labbadia und erklärt: „Beide sind Kandidaten für die Startelf.“ Spielt das Duo, droht Rekordeinkauf Lucas Tousart die Bank.

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Hertha weiß, wie es geht 

Klar, noch pokert Labbadia, will seinem Gegenüber Marco Rose nicht zu viel verraten. Doppelpacker Piatek erhält dagegen bereits eine Einsatzgarantie. „Bei Krzysztof wollen wir mitnehmen, dass er zwei Tore geschossen hat – also das Momentum nutzen“, erklärt der ehemalige Torjäger die Hoffnung, dass der Knoten beim Polen nun endlich geplatzt ist.

Gelingt Herthas dynamischen Derby-Duo die nächste Glanzleistung, ist ein Sieg am Niederrhein drin. Der erste gegen ein Top-Team, nachdem gegen die drei anderen deutschen Champions-League-Teilnehmer Bayern, Leipzig und Dortmund verloren gingen. Ein Dreier und Hertha rutscht erstmals seit dem zweiten Spieltag wieder in die obere Hälfte – und macht womöglich weiter Boden auf den 1. FC Union gut, der zu Hause gegen Bayern München ranmuss. 

Das Gute: Hertha bewies bereits, dass es auch mal ohne Cunha geht. In der vergangenen Rückrunde fehlte der Spielmacher gegen den FC Augsburg wegen eines dicken Brummschädels. Dennoch schlug man den 1. FC Augsburg mit 2:0. Die Tore erzielten Dilrosun und Piatek ...

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