Vorsicht, akute Gute-Laune- Ansteckungsgefahr! Herthas Matheus Cunha hat immer ein Lächeln im Gesicht. Foto: City-Press/ Jan-Philipp Burmann

Tempo, Tricks und tolle Tore. Matheus Cunha bringt alles mit, um Herthas neuer Fan-Liebling zu werden. Der Brasilianer möchte gern in die Fußstapfen von Marcelinho treten und verrät im KURIER, wie sehr er auf das Derby gegen den 1.FC Union brennt.

„Ich habe mir extra das Hinspiel angeschaut“, erklärt Cunha. Das ging ja in die Hose. Ohne Mut und Leidenschaft verlor Hertha im November an der Alten Försterei 0:1. „Da war ich aber noch nicht da. Ich hoffe, dass es jetzt viel besser wird und ich auch ein Tor schießen werde“, sagt der Stürmer mit breitem Grinsen.

Cunha, im Winter für 18 Mio. Euro von RB Leipzig gekauft, versprüht die Lockerheit, die Hertha im Hinspiel und über weite Teile der Saison fehlte. Und er reißt die Kollegen mit. „Solche Typen brauchst du. Matheus ist ein Anstecker“, sagt Bruno Labbadia nicht ganz corona-like. Der Cheftrainer schwärmt vom fast 21-Jährigen (27. Mai): „Er hat wahnsinniges Potenzial. Ich will, dass er seine verrückte Art beibehält, aber etwas mehr Struktur bekommt.“

Das Gute: Cunha ist lernwillig. Und anders als manche seiner Landsleute nicht nur für Samba-Fußball zu haben: „In der Bundesliga muss man auch kämpfen. Damit habe ich kein Problem.“

Marcelo-Momente

Dass das normalerweise ausverkaufte Derby ohne Zuschauer steigt, macht ihn traurig: „Fußball ohne Fans ist nicht das Gleiche.“ Cunha lebt von der Atmosphäre, vom Raunen im Stadion. Wie einst sein Idol Marcelinho (45). „Ich mochte ihn als Spieler immer sehr. Wir kommen aus dem gleichen Bundesstaat. Ich hoffe, ähnlich viele schöne Treffer zu erzielen.“

Das klappt bisher extrem gut. Gegen Hoffenheim netzte er das dritte Mal im fünften Hertha-Spiel. Marcelinho verzückte die Fans von 2001 bis 2006 mit 79 Toren und 60 Vorlagen in 193 Spielen. Cunhas Solo bei der TSG zum 3:0-Endstand, als er erst den Gegner per Hackentrick vernaschte und den Ball dann aus spitzem Winkel im langen Eck versenkte, erinnerte an die besonderen Marcelo-Momente.

Nur in Sachen Party will er dem darin unerreichten Marcelinho nicht nacheifern. Dazu wird er auch kaum Zeit haben. Freundin Gabriela erwartet in den nächsten Tagen das erste Kind. Cunha stolz: „Das ist sehr aufregend und darum dreht sich derzeit alles.“

Zusammen mit allen Herthanern hofft er, dass das Baby nicht am Tag des Derbys auf die Welt kommt. Cunha: „Ein Stadtduell ist noch mal was Besonderes.“ Und mit ihm erst recht.