So will ihn Hertha BSC sehen: Suat Serdar zieht im Testspiel gegen SV Neustadt (Dosse) ab und sorgt für Torgefahr auf dem Mittelfeld.   City-Press

Ruhig, bescheiden, ja fast schüchtern kommt Suat Serdar (24) daher. Deutlich mehr Temperament zeigt Herthas neuer Mittelfeldmann dort, wo es drauf ankommt. Auf dem Platz im Trainingslager beweist er, warum die Blau-Weißen ihn unbedingt wollten. Nicht nur Co-Trainer Andreas „Zecke“ Neuendorf prophezeit Serdar eine große Karriere.

„Der hier“, erklärte Zecke, nachdem er sich von hinten angeschlichen hatte und mitten in Serdars erste Hertha-Medienrunde im Teamhotel platzte, „ist eine Vollwaffe. Dit wird ein Gigantus.“ Und Zecke wäre nicht Zecke, wenn er nicht noch einen flotten Spruch hinterhergeschoben hätte: „Das Geld (für das Kompliment, d. Red) bringst du mir dann aufs Zimmer, ja?“

Pal Dardai zählt Suat Serdars Qualitäten auf  

Co-Trainer Zecke Neuendorf setzt große Hoffnungen auf Hertha-Zugang Suat Serdar.  imago/Matthias Koch

Das  Lob aus vollem Herzen kommt nicht von ungefähr. Herthas Neuer, von Absteiger FC Schalke 04 für sieben Millionen Euro geholt, zeigt bei den wenigen Einheiten mit Ball, dass er Herthas Spiel endlich das geben kann, was lange gefehlt hat: Torgefahr aus dem Mittelfeld.

Lesen Sie auch: Digitales Derby: Prince Boateng legt gegen Max Kruse nach >>

„Wenn man einen Kader zusammenstellt, braucht man so einen Spieler. Den hatten wir bisher nicht“, erklärt Cheftrainer Pal Dardai freudig und zählt Serdars Qualitäten auf: „Handlungsschnelligkeit, Laufbereitschaft, Spielverständnis, Torgefahr. Alles top.“

Bewiesen hat Serdar das auf Schalke vor allem in der Saison 2019/2020, als er allein in der Hinrunde siebenmal traf, West Ham United 45 Millionen Euro für ihn bot und Damals-Bundestrainer Joachim Löw ihn zum Nationalspieler machte (bisher vier Einsätze).

Hertha holte sich Rat bei Joachim Löw

Apropos Löw: „Ich habe mich bei Jogi erkundigt. Die Rückmeldung war positiv“, verrät Sportdirektor Arne Friedrich und schiebt lachend hinterher: „Sonst hätten wir Suat nicht verpflichtet.“

Zurück will Serdar auch in die Nationalmannschaft. Dass das nur über den Klub geht, weiß er. Für Hertha ließ er andere Vereine und sogar Olympia in Tokio sausen: „Ich bin neu, will mich von Anfang an zeigen. Ich habe mich bewusst für Berlin entschieden. Hertha ist ein großer Verein und hat in der Tabelle unten nichts verloren.“

Lesen Sie auch: Manager über Cunha  Jérôme Boateng: Windhorsts 35 Millionen jucken Herthas Fredi Bobic nicht >>