Niedergeschlagen: Herthas Stümrer Matheus Cunha (20) verletzte sich am Donnerstag im Training.  Foto: Jürgen Engler 

Berlin - Für Hertha kommt es knüppeldick! Der blau-weiße Topstürmer Matheus Cunha (20) verletzte sich am Donnerstag beim Torjubel (!) am linken Knöchel. Nur unter Schmerzen und mit Hilfe seiner blau-weißen Kollegen konnte der Brasilianer den Schenckendorffplatz verlassen. Herthas Bester verletzt sich vor der Partie bei der TSG Hoffenheim (Sonnabend, 15.30 Uhr) – das Cunha nicht wahr sein!

Plötzlich krümmte sich Cunha vor Schmerzen. Die herbeigeeilten Ärzte bandagierten den Knöchel des Stürmers sofort, die Teamkollegen Jordan Torunarigha und Vedad Ibisevic stützten ihn. Danach wurde Cunha mit dem Golf-Kart der medizinischen Abteilung in Richtung Kabine gebracht.

Was war passiert? Beim Torschusstraining hatte Interimstrainer Alexander Nouri (40) seine Spieler in zwei Teams aufgeteilt. Als Youngster Zamar Samardzic (18) den entscheidenden letzten Ball im Tor versenkte, bildete sich eine Jubeltraube auf dem Platz. Die Spieler purzelten übereinander. Es wurde gelacht und gefeixt - bis Cunha mit schmerzverzerrten Gesicht nicht mehr aufstand.

Zwei Verletzte in 24 Stunden 

Ein Ausfall der Brasilianer wäre ein absoluter Tiefschlag für Hertha. Cunha, erst im Winter für 18 Millionen von RB Leipzig gekommen, war in den vergangenen Partien einer der wenigen Spieler der voranging und das Team nach den frühen Rückständen in Düsseldorf und Bremen wachrüttelte – und mit seinen Toren jeweils das Remis rettete.

„Er hat mit seinen Einzelaktionen das Team mitgerissen“, weiß auch Nouri um den Cunha-Faktor. Deswegen hofft Herthas Coach, dass die Blessur nicht allzu schlimm ist. Zwei Stunden nach der Verletzung erklärte Nouri: „Wir sind optimistisch, dass es nicht ganz so schlimm ist.“

Wer ersetzt Cunha?

Völlig offen ist auch, ob Keeper Kraft im Kraichgau spielbereit ist. Der Bayer verletzte sich keine 24 Stunden vor dem Cunha-Schock, brach das Training mit Schmerzen in der Wade ab, und fehlte am Donnerstag. Für Kraft steht der eigentliche Stammkeeper Rune Jarstein (35) parat, der seine Formkrise überwunden haben soll. Dagegen kommt ein Einsatz bei der TSG fürAbwehrchef Dedryck Boyata (29) noch zu früh.

Fällt Cunha aus, könnten die Stürmer Dodi Lukebakio (22) oder Pascal Köpke (24) an der Seite von Krzysztof Piatek spielen. Doch Cunha in seiner derzeitigen Form zu ersetzen, scheint schier unmöglich.