Sportdirektor Arne Friedrich will mehr Esprit von Herthas Profis sehen. Foto: Imago Images/Räppold/Koch

Sechster Trainer in zweieinhalb Jahren. Jetzt soll Tayfun Korkut Hertha BSC wieder nach oben. Sonntag (15.30 Uhr) beginnt seine Rettungsmission beim Abstiegsduell in Stuttgart. Die Spieler stehen jetzt im Fokus. Das macht auch Sportdirektor Arne Friedrich deutlich und sagt: „Es gibt keine Ausreden mehr!“

Der Satz ist eindeutig an die Profis adressiert. Was Friedrich genau damit sagen will, macht er so deutlich: „Es sind beim Trainerwechsel immer die gleichen Mechanismen. Jeder möchte sich beim neuen Coach zeigen, alle haben die gleichen Chancen. Jeder einzelne, auch die, die zuletzt außen vor waren, bieten sich wieder an.“

Friedrich hofft auf Korkut-Effekt

Trainer Tayfun Korkut muss dem Team wieder mehr Offensiv-Mut beibringen. Foto: Imago Images/Räppold/Koch

Friedrich, der ganz nah am Team ist, will das in den ersten Tagen bei der blau-weißen Truppe schon erkannt haben und sagt: „Da ist Energie. Das ist ein neuer Esprit.“ Doch Training ist das eine, das andere ist der knallharte Wettkampf. Trainer ausgetauscht, jetzt müssen die Spieler liefern. Das Auswärtsspiel in Stuttgart wird ein Charaktertest.

Korkut sagt zu dem Abstiegsduell: „Wir wollen uns da nicht verstecken. Wir spielen gegen eine junge, dynamische Mannschaft. Da müssen wir gegenhalten.“

Die Sätze zielen auf Kampf und Balleroberung, das klappte auch vorher schon ganz gut. Das Hauptproblem ist die Kreativität, eine im Kopf befreite Offensive. Da muss der berühmte Knoten platzen. Korkut: „Wir haben offensive Spieler, die die Qualität haben. Aber man muss von Schritt zu Schritt denken. Es zu schaffen, viele Möglichkeit erspielen, ist erst mal wichtig. Dann können wir uns darüber unterhalten, warum der eine oder andere dann getroffen hat oder auch nicht.“

In den ersten Tagen ließ Korkut so trainieren, dass Angriffe, schnelle Gegenzüge mit Torabschlüssen eingeübt wurden. Das sah auch spritig und treffsicher aus. Doch Sonntag ist das Spiel. Der Druck ist enorm. Nicht für den Coach, sondern für die Spieler.

Nur Labbadia und Nouri mit Debütsieg

Schafft Korkut seinen ersten blau-weißen Sieg im ersten Spiel? Die Debüt-Bilanz seiner fünf Vorgänger sieht so aus. Ante Covic schaffte ein 2:2 beim FC Bayern, Jürgen Klinsmann verlor 1:2 gegen Dortmund. Alexander Nouri gewann 2:1 bei Paderborn. Bruno Labbadia siegte 3:0 in Hoffenheim, Pal Dardai verlor 1:3 in Frankfurt.

Die Kameras sind Sonntag vorm Anpfiff auf Korkut – nach drei Jahren Bundesliga-Abstinenz – gerichtet. Doch dann geht der Blick auf die Spieler. Sie müssen liefern.

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