Neue Trikots, neue Spieler: Trainer Bruno Labbadia (r.) will gegen Frankfurt zeigen, dass sich bei Hertha BSC auch auf dem Platz viel verändert hat.  Foto: dpa

Viel Zeit ist nicht vergangenen. Aber getan hat sich einiges. Nur drei Monate nach der bitteren 1:4-Pleite gegen Eintracht Frankfurt trifft Hertha BSC heute (20.30 Uhr) erneut auf die Hessen. Trainer Bruno Labbadia brennt auf die Revanche im neuen Gewand: Hertha, zeig, was haste dir verändert!

„Sehr viel hat sich getan“, sagt Labbadia vor dem erneuten Duell. Vor allem im blau-weißen Kader: Rune Jarstein, Marvin Plattenhardt, Marko Grujic, Per Skjelbred, Arne Maier und Vedad Ibisevic. Gleich sechs Herthaner, die im Juni noch in der Startelf standen, sind nun nicht mehr da oder nicht mehr erste Wahl.

Neu sind auch die Ambitionen. Durch die fast 140 Millionen Euro, die in den vergangenen 12 Monaten dank Geldgeber Lars Windhorst in den Kader gepumpt wurden, befindet sich Hertha in der Liga auf der Überholspur. Von einer Favoritenrolle will Labbadia trotzdem noch nichts wissen: „Frankfurt verfügt über ein gutes Gerüst. Das ist der Unterschied zu uns. Den Weg haben wir noch vor uns.“

Dennoch: Die Chancen auf die Revanche im neuen Gewand stehen vor allem dank der brutalen neuen Offensiv-Power gut. Labbadia hat die Qual der Wahl, wen er von seinen Ballermännern aufs Feld schickt. Womöglich kommt Zugang Jhon Cordoba wie in Bremen von der Bank. Der bullige Kolumbianer kann mit seiner Physis erneut der perfekte Joker sein. „Die Eintracht spielt sehr körperlich und wird uns alles abverlangen. Wir können aber flexibel sein. Das tut uns gut“, erklärt Labbadia.

Wie neu wird sich auch die Unterstützung von den Rängen anfühlen. Erstmals seit mehr als sechs (!) Monaten dürfen Fans wieder dabei sein. „Das ist wunderbar“, sagt Manager Michael Preetz über die in Berlin immerhin 4000 zugelassen Zuschauer. „Wir haben in Bremen gespürt, wie sich das anfühlt. Darauf freuen wir uns.“

Neu werden auch die Trikots sein. Zwar wurde weiter kein Sponsor an Land gezogen. Dafür haben sich die Blau-Weißen aber eine tolle Geste einfallen lassen: Gegen Frankfurt werden die Fußabdrücke eines acht Monaten alten Mädchens und der Schriftzug „für Pauline“ die derzeit noch so blanke Hertha-Brust zieren. Die Aktion soll auf das Schicksal des an Blutkrebs erkrankten Kindes aufmerksam machen und für die Registrierung als Stammzellenspender bei der DKMS werben.

So viel sich auch getan hat. Damit auch das Ergebnis ein anders ist als vor drei Monaten, schwört Labbadia seine neue Truppe ein: „Der Gegner wird uns alles abverlangen. Das wird brutal intensiv.“