Matheus Cunha (r.) traf, doch das eine Tor reichte nicht zum Heimsieg für Hertha. Foto: City-Press

Wieder nichts! Hertha BSC wartet weiter auf den ersten Heimsieg dieser Saison. Gutes Spiel, viele Chancen, aber nur ein Tor. Die Blau-Weißen spielen nur 1:1 (1:1) gegen den VfL Wolfsburg. Immerhin wurde die Pleitenserie mit vier Niederlagen am Stück gestoppt. Doch das ist nur ein schwacher Trost.

„Wir haben die Tore nicht gemacht. Wir hätten einen Dreier verdient. Schade, daraus muss man lernen. Vorne müssen wir kaltschnäuziger sein“, haderte Niklas Stark mit der nur mageren Punkt-Ausbeute. Doch danach gewann er dem Spiel auch noch etwas Positives ab: „Wir sind eine neue Mannschaft und müssen uns finden. Das funktioniert immer besser. Da müssen wir dranbleiben. Das ist das, was zählt.“ Hertha wird besser, ist aber noch lange nicht gut genug.

Das Team von Trainer Bruno Labbadia kam stark in die Partie. Blitzstart durch einen wunderschönen Ausrutscher. Dodi Lukebakio passte an der Strafraumgrenze zu Matheus Cunha. Der Brasilianer setzte zum Schuss an, verlor dabei aber das Gleichgewicht. Trotzdem trudelte der Ball flach ins linke Eck zum 1:0 (6.).

Danach hatte Jhon Cordoba zwei Chancen (10., 13.), um auf 2:0 zu erhöhen. Klappte nicht. Und dann kamen nach einer Viertelstunde auch noch die Wolfsburger immer besser ins Spiel. Nach einer Flanke von Maximilian Philipp hatte Ridle Baku ganz viel Platz, weil Maxi Mittelstädt und Cunha nicht richtig zupackten. Baku traf mit einem Hammerschuss aus 16 Metern zum Ausgleich (21.).

Das Spiel wurde danach etwas ruhiger, doch dann passierte die doppelte Fehlentscheidung von Schiri Martin Petersen. Als Omar Alderete im Strafraum von Baku und Wout Weghorst mit hohem Bein bedrängt wurde (das Knie war auf Kopfhöhe), fiel der Paraguayer etwas theatralisch. Der Referee gab Elfer (37.). Nach Videosichtung nahm er ihn aber zurück. Das war okay, doch das Spiel mit Abstoß für Wolfsburg weiterzuführen, entsprach nicht den Regeln. Hohes Bein ist gefährliches Spiel – auch ohne Körperkontakt. Es hätte somit indirekten Freistoß im Strafraum für Hertha geben müssen.

Nach der Pause hatten die Blau-Weißen wieder etwas mehr Schwung. Der wurde noch erhöht, als Neuzugang Matteo Guendouzi für den angeschlagenen Lucas Tousart in der 57.Minute eingewechselt wurde. Der Lockenkopf war vor seinem Debüt so aufgeregt, dass er erst mal sein Trikot auf der Bank vergaß.

Die Mega-Chance zum Tor hatte dann Cordoba, doch in seinen Hammerschuss schmiss sich Wolfsburgs Maxence Lacroix in höchster Not (73.). Danach scheiterte auch Dedryck Boyata per Kopfball (84.). Es war wie verhext. Wieder nichts mit dem ersten Heimsieg in dieser Saison. Doch der Auftritt macht zumindest Hoffnung. Langsam spielen die Blau-Weißen wieder wie ein echtes Team.

Schlusswort von Trainer Labbadia: „Wir haben uns für den hohen Aufwand nicht belohnt. Wir stecken in einem Weg, auf dem jeder Punkt guttut. Wir wissen unsere Leistung einzuschätzen und können damit umgehen.“