Gibt ab sofort bei den Profis den Ton an: Pal Dardai (44). Foto:  City-Press

Diese Wahl lässt viele traurige Hertha-Herzen höher schlagen! Einen Tag nach dem blau-weißen Tabula rasa und der Entlassung von Bruno Labbadia (54) kehrt Pal Dardai (44) auf den Cheftrainersessel zurück. Und zwar nicht als Notnagel. Pal bekommt einen Vertrag bis 2022. Das Motto zum erhofften Neuanfang: Zurück in die Zukunft!

Am Montag verfolgten die Fans gespannt die Entscheidungsrunde. 14.51 Uhr wurde Dardais Rückkehr dann offiziell verkündet. „Pal lebt Hertha BSC und wir sind absolut überzeugt davon, dass er mit seiner klaren Art der Mannschaft den nötigen neuen Impuls geben wird“, freut sich der neue Hertha-Boss Carsten Schmidt über seine erste Trainer-Verpflichtung.

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Für Dardai ist die Rettung seines Herzensklubs Ehrensache: „Das war sicher nicht mein Plan, dass ich nun wieder von der U16 auf die Trainerposition bei den Profis wechseln werde“, erklärt er. „Ich brauche aber auch niemandem zu erklären, was Hertha BSC für mich bedeutet, daher war es gar keine Frage für mich, dass ich in dieser Situation aushelfe. Ich freue mich auf diese Aufgabe und die Zusammenarbeit mit der Mannschaft.“

Neuanfang oder Rückwärtsrolle?

Doch von „aushelfen“ kann keine Rede sein. Anders als von vielen gemutmaßt, erhält der Ungar einen Vertrag bis 2022 statt nur bis zum Sommer.

Dass er Hertha Halt geben kann, bewies Dardai bereits 2015, als er für Jos Luhukay einsprang, in Mainz gleich sein erstes Spiel gewann und Hertha am Ende auf dramatische Weise vor dem bitteren Gang in die Zweite Liga bewahrte. Nach viereinhalb sorgenfreien Jahren und einer Saison im Mittelfeld wollte der nun entlassene Manager Michael Preetz im Sommer 2019 einen Neuanfang. Dardai räumte seinen Platz für Ante Covic, der den Klub mit offensiven und attraktiven Fußball nach oben führen sollte.

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Der Ausgang ist bekannt. Kaum anderthalb Jahre später und nach vier verschlissenen Trainern hält Dardai das Hertha-Zepter wieder in der Hand – und soll den Klub erneut vor dem Absturz retten. Schmidt sprach zwar von einem „Neuanfang“, die Rückkehr Dardais ist allerdings eher eine Rolle rückwärts. Doch der Ungar scheint genau der richtige Mann für die derzeitige trostlose, vor allem aber bedrohliche Lage zu sein.

Mehr Hertha-DNA geht nicht

Die Aufgabe ist jedenfalls nicht leichter als 2015. Zwar ist Herthas Kader mittlerweile hochwertiger – doch derzeit eher ein Haufen als eine Einheit. Immer wieder sorgten individuelle Fehler und Egoismus dafür, dass Hertha wichtige Punkte liegen ließ.

Die Probleme wird Dardai angehen – und wohl zunächst die Defensive stabilisieren. Das ist bitter nötig, damit in den kommenden Spielen bei Eintracht Frankfurt (Sonnabend, 15.30 Uhr) und gegen Bayern München (Freitag, 5. Februar, 20.30 Uhr) Punkte herausspringen. Dabei helfen werden ihm  Andreas „Zecke“ Neuendorf, bisher Coach der U23, und Dardais langjähriger Assistent Admir Hamzagic. Den Rücken freihalten soll ihm Arne Friedrich, der die Aufgaben von Preetz bis zum Sommer übernimmt – mehr geballte Hertha-DNA geht kaum!

Doch trotz aller Vorschusslorbeeren und blau-weißer Folklore: Am Ende zählen nur Punkte. Gelingt das, reist Hertha mit Pal zurück in die Zukunft!