Am 15. Februar trifft Dedryck Boayta per Kopf beim SC Paderborn. Mit den richtigen Standards soll es bald wieder klappen. Foto:  imago images

Tote Hose bei Hertha BSC! Kein einziges Tor gelang den Blau-Weißen in dieser Saison bislang nach Freistößen oder Ecken. Damit beim Spitzenteam aus Mönchengladbach am Sonnabend (15.30 Uhr) etwas Zählbares herausspringt, fordert der KURIER: Hertha, wie wäre es mal mit 'ner Standardnummer?

„Es wird Zeit, dass wir das verändern. Am besten schon am Samstag“, fordert Bruno Labbadia. Herthas Cheftrainer kennt die Statistiken nur zu gut – und weiß natürlich auch, welche Waffe eine Standardsituation sein kann. „Daran haben wir diese Woche gearbeitet, werden es auch noch am Freitag noch mal trainieren. Standards haben einen großen Stellenwert“, sagt Labbadia.

Chance für Platte

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Aber eben noch nicht bei Hertha in dieser Saison. Woran es liegt? „Der entscheidende Punkt ist, dass der Ball in die gefährliche Zone kommt“, erklärt der Trainer und berichtet: „Wir arbeiten daran, dass wir noch mehr Schützen haben, die den Ball dorthin bekommen.“

Herthas Linksverteidiger Marvin Plattenhardt übte im Training diese Woche auch Eckbälle.
Foto: City-Press

In Mönchengladbach wird sich zwangsläufig jemand Neues um die ruhenden blau-weißen Bälle kümmern. Mit Matheus Cunha (Gelbsperre) fällt bei Hertha der Mann für alles aus. Egal ob Freistoß oder Elfmeter, selbst Ecken schnappte sich bisher meist der Brasilianer.

Am Niederrhein könnte nun Marvin Plattenhardt mit seinem starken linken Fuß wieder mehr Möglichkeiten bekommen. Aber nicht nur der Schütze ist gefragt. Labbadia fordert von allen Spielern, aktiver zu sein – und die Vorgaben des Trainerteams umzusetzen: „Beim letzten Spiel hat sich nicht jeder daran gehalten. Auch deswegen hakt es bei uns etwas. Wir müssen die Abläufe besser umsetzen.“

Verteidiger gefordert 

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Zu wichtig sind Standardsituationen mittlerweile, die so oft insbesondere enge Spiele entscheiden können. „Du brauchst einfach eine gewisse Anzahl an Standardtoren“, sagt Labbadia und erinnert sich an die vergangene Rückrunde: „Da waren wir erfolgreich. Da müssen wir wieder hinkommen.“

Dabei nimmt Labbadia auch die groß gewachsenen Abwehrmänner in die Pflicht. Vergangene Saison erzielte Abwehrchef Dedryck Boyata vier Tore direkt oder unmittelbar nach ruhenden Bällen. Auch Niklas Stark traf nach einem Freistoß. „Wir haben es schon besser gemacht“, erinnert sich auch Labbadia und appelliert: „Tore von Verteidigern fallen meistens nach Standards. Um mehr Erfolg zu haben, brauchen wir eine bessere Quote.“

Denn gelingt Hertha die erste Standardnummer am Sonnabend, ist die Chance auf den ersehnten ersten Sieg gegen ein Topteam deutlich größer.