Herthas Matheus Cunha kann sogar Dortmunder entzaubern. Doch das galt nur für 45 Minuten. Foto: City-Press

Profis, jetzt noch mal die Uhren rausholen! Ja, ein Fußballspiel dauert 90 Minuten und oft auch etwas länger – aber bestimmt keine 45 Minuten! Beim 2:5 gegen Dortmund wurde das anscheinend vergessen. Heute (15.30 Uhr) beim Topteam  Leverkusen gilt nur Eines: Versucht’s mal mit 90 Minuten Fußball!

In der Woche versuchte Trainer Bruno Labbadia die Rätsel der Pleite gegen Dortmund zu entschlüsseln. Eine sehr gut erste Halbzeit mit 1:0-Führung, dann der Einbruch in der zweiten Hälfte.

„Wir haben die Trainingswoche genutzt, um uns inhaltlich bestmöglich vorzubereiten und auch im taktischen Bereich zu arbeiten. Wir haben die guten Dinge gegen Dortmund angesprochen, aber auch schonungslos die Mängel“, so Labbadia.

Um es auf den Punkt zu bringen: An die Taktik haben sich zwar alle gehalten, doch einige haben nicht mehr 100 Prozent gegeben. Sie waren sich nach der Pausenführung zu sicher. Vielleicht lernen gerade die jungen Spieler daraus.

Labbadia mahnt an: „Wir müssen als Team konsequent und eng am Mann verteidigen. Nur wenn jeder Spieler seinen Job gut macht, können wir dort als Kollektiv bestehen.“

Einfach mal bis zur letzten Minute gemeinsam kämpfen, laufen und miteinander spielen. Dann ist auch eine Überraschung bei Bayer drin. Die Pillen-Truppe hat in dieser Bundesliga-Saison bisher noch nicht verloren und strotzt vor Selbstbewusstsein.

Dieses Selbstvertrauen und die Sicherheit könnten sich auch die Blau-Weißen nach nur sieben Punkten aus acht Spielen genau jetzt gegen so einen Mega-Gegner zurückholen. Labbadia zu seinem Ex-Klub (trainierte dort von 2008-09): „Das Brett, das wir dort bohren müssen, ist derzeit ähnlich dick wie das gegen den BVB oder die Bayern. Wir brauchen eine Topleistung.“ Von elf Mann über 90 Minuten.

Denn Hertha braucht vor dem Derby gegen Lokalkonkurrent 1. FC Union, der jetzt schon mehr als doppelt so viele Punkte hat, ein echtes Ausrufezeichen in der Liga.