Herthas Trainer Bruno Labbadia musste in Gladbach mit einer Rumpftruppe antreten. Das 1:2 beim Champions-League-Teilnehmer ist keine Schande.  Foto: imago images/Nordphoto

Das war es! Schluss, Aus, vorbei! Hertha BSC beendet die verkorkste Saison mit einer Pleite. 1:2 (0:1) bei Champions-League-Teilnehmer Borussia Mönchengladbach. Keine Chance, irgendetwas bei den Fohlen zu holen. Platz 10 am Ende, trotzdem klingelte am letzten Spieltag nochmal die Kasse bei den Blau-Weißen.

Gestern war in Gladbach für das Team mit insgesamt 14 Ausfällen (Torwart Rune Jarstein meldete sich ab, weil seine Frau das dritte Kind erwartet) nichts mehr drin. Schon in der 7. Minute der Rückstand, der an alte Abwehrhühnerhaufen-Zeiten erinnerte.

Breel Embolo konnte quasi zwischen Dedryck Boyata und Jordan Torunarigha durchspazieren, auch der junge Keeper Dennis Smarsch, der Jarstein vertrat, griff nicht konsequent beim Rauslaufen zu. Embolo passte locker zu Jonas Hofmann, der das Leder locker zum 1:0 verwandelte und dabei noch Alexander Esswein tunnelte.

Gladbach machte Druck und Hertha konnte sich überhaupt nicht davon befreien. Embolo (32.) und Lars Stindl (41.) trafen nur den rechten Pfosten. Mit nur einem Gegentor waren die Blau-Weißen gut bedient, als sie in der Halbzeit in die Kabine gingen.

Labbadia wechselte wegen der lahmen Vorstellung zur Pause im Dreierpack Arne Maier, Per Skjelbred und Matthew Leckie rein, Marvin Plattenhardt, Marko Grujic und Alex Esswein raus. Danach spielten die Blau-Weißen mit etwas mehr Druck, doch blieb in der Offensive völlig ungefährlich.

Auch die Einwechslung von Vedad Ibisevic für Vladimir Darida (67.) brachte zunächst nicht mehr Durchschlagskraft. Dafür traf Gladbachs Embolo noch zum 2:0 (78.). In der Nachspielzeit konnte Ibisevic dann doch sein siebtes Saisontor zum Anschlusstreffer (90.+1) bejubeln.

Eine total wirre, blau-weiße Saison mit vier Cheftrainer (Ante Covic, Jürgen Klinsmann, Alexander Nouri und Retter Bruno Labbadia), inklusive der Corona-Zwangspause ist vorbei. Mit einem kleinen Happyend.

Trotz der Niederlage war Hertha ist noch ein Gewinner des Spieltags. Weil Wolfsburg in der Abschlusstabelle auf Rang 7 und Schalke auf Rang 12 abrutschte (KURIER berichtete), überholten die Blau-Weißen beide Klubs noch in der Fernsehgeldtabelle und sind um 5,5 Millionen Euro TV-Kohle reicher.