Hertha-Trainer Bruno Labbadia (54) sucht noch die richtige Position für England-Rückkehrer Ondrej Duda (25). Foto: Matthias Hundt

Keine Frage, Ondrej Duda (25) kann für Hertha den Unterschied machen. Doch der Topscorer der vorletzten Saison sucht nach seiner kurzen Norwich-Leihe noch seinen Platz im Team von Trainer Bruno Labbadia (54). Duda, aber wohin?

„Er ist ja kein neuer Spieler. Er kennt zumindest die Mannschaft. Von der Art, wie wir Fußball spielen wollen, muss er sich aber ein Stück weit umgewöhnen“, erklärt Labbadia seine ersten Eindrücke auf dem Platz nach Dudas England-Rückkehr.

Der Cheftrainer weiß um Dudas Qualitäten: „Er hat wirklich einen guten Abschluss.“ Gleichzeitig fordert der Coach vom begnadeten wie sensiblen Techniker: „Er muss aber noch mehr in die Räume kommen, um seine Torgefährlichkeit einzubringen. Dazu muss er sauberer in der Vorbereitung, beim letzten Pass werden.“

Doch Labbadia verteilt auch Lob: „Die ersten zwei Wochen hat er sich schwerer getan als die vergangene. Man merkt, dass er sich ganz gut adaptiert hat. Auch körperlich.“

Ein Problem bleibt dagegen: Wo soll Duda überhaupt spielen? Als klassischer Spielmacher hatte er 2017/2018 seine stärkste Zeit in Blau-Weiß: Hinter den Spitzen agierend legte Duda seinen Kollegen sechs Treffer auf. Gleichzeitig zeigte der slowakische Nationalspieler, dass er auch eiskalt vor dem Tor sein kann. Angestachelt durch die KURIER-Wette mit Salomon Kalou um eine Luxus-Uhr schoss Duda elf Treffer.

Doch hinter Stürmer Kris Piatek (25) spielt auch der nach Dudas Leihe verpflichtete Matheus Cunha (21) am liebsten. Der vor Spielfreude sprühende Brasilianer mag es dagegen nicht, auf die Flügel auszuweichen. Dort sollen sowieso Dodi Lukebakio (22) und Javairo Dilrosun (22) Dampf machen, ihre Schnelligkeit in Tore und Vorlagen ummünzen.

Deswegen grübelt Labbadia, wie er Cunha und Duda am besten zusammen aufs Feld schicken kann. Statt seinem favorisierten 4-3-3-System ließ er Hertha bisher meist in einer 4-2-3-1-Formation spielen. Bei beiden Systemen wäre wohl nur Platz für einen.

„Je nachdem, wie wir spielen, kann Ondrej auch auf der offensiveren Achterposition spielen, weil er das Spiel antreiben kann“, erklärt Labbadia seine Überlegungen, Duda ein Stück weiter hinten im Mittelfeld agieren zu lassen. „Wir werden sehen, wie es weitergeht“, sagt Labbadia. 

Klar ist: Der Konkurrenzkampf bis zum Saisonstart in drei Wochen wird immer heißer.