Hertha-Cheftrainer Alexander Nouri gibt die Richtung vor und hofft, dass ihm nun alle folgen.   Foto: dpa

Keine Zeit für Gefühle! Hertha will sich nach dem irren 3:3 in Düsseldorf gegen Bremen (Sonnabend, 15.30 Uhr) endlich aus dem Tabellenkeller befreien. Trainer Alexander Nouri (40) sucht die Nähe zum Team und freut sich auf das Duell mit der Ex.

„Das eine besondere Konstellation. Ich habe sieben Jahre bei Werder als Jugendspieler im Internat verbracht, meine Familie wohnt dort noch“, erklärt Nouri vor dem richtungsweisenden Spiel gegen seine alte Liebe, die er von Oktober 2016 bis Oktober 2017 als Cheftrainer coachte. „Wir wissen wie die Tabelle aussieht und wollen unbedingt gewinnen.“

Sorgen um Dedryck Boyata

Damit Hertha im Kellerduell endlich der Befreiungsschlag gelingt, kämpft Nouri um das Vertrauen seiner Spieler. Deswegen bat er den Mannschaftsrat am Dienstagvormittag zur Aussprache. Anlass war die an die Öffentlichkeit gelangte, gnadenlose Kaderanalyse von Ex-Trainer Jürgen Klinsmann, der Nouri als Assistent holte. Nouri distanzierte sich erstmals deutlich von Klinsis Abrechnung, die vielen Spielern das Können absprach. Nouri machte klar, dass er diese Beurteilungen nicht teilt.

Durch die Aussprache hofft Nouri, das Team wieder geschlossen hinter sich zu haben. Ein absolutes Muss, um gegen Werder zu gewinnen. Ob Abwehrchef Dedryck Boyata (29) dabei helfen kann, ist fraglich. Dem Belgier zwickt seit der Schlussphase in Düsseldorf der Oberschenkel. Nouri: „Wenn er nicht bis Ende der Woche wieder mittrainieren kann, wird das nichts.“