Durch den 2:1-Sieg auf Schalke rettete Hertha vergangene Saison den Klassenerhalt. Doch selbst der Tabellenletzte holte noch neun Punkte in der Rückrunde. Foto: Imago Images

Der Abstieg wäre für Hertha BSC eine Katastrophe. Doch da gibt es noch eine andere Gefahr der Peinlichkeit: die schlechteste Rückrunde in der Klubgeschichte. Gerade mal fünf Punkte wurden in den vergangenen zwölf Spielen bisher geholt. Hertha-Profis verhindert das – bitte! Am besten  am Sonnabend mit einem Sieg (15.30 Uhr) beim Abstiegsduell in Augsburg. Dann wäre wenigstens dieser Spuk schon mal vorbei.

Hertha BSC: Selbst Tasmania holte sechs Zähler

Mit Grauen erinnern sich die blau-weißen Fans an die Abstiegssaison 1990/91, kläglich gescheitert als weit abgeschlagener Tabellenletzter, ganze drei Siege in der Saison. In der Rückrunde ein Dreier und drei Unentschieden. Das waren umgerechnet auf die Drei-Punkte-Regel, die es damals noch nicht gab, sechs Zähler. Genauso mies wie der legendär schlechteste Bundesligist Tasmania (8:60 Punkte), der 1965/66 die gleiche Bilanz in Saisonhälfte zwei hinlegte.

Den Rekord der schlechtesten Rückrunde im Oberhaus hält Hannover 96. In der Saison 1985/86 holten die Niedersachsen gerade mal vier Unentschieden. Zurück zur jüngeren Vergangenheit. Schalkes Niedergang begann in der Rückrunde 2019/20. Doch da holten die Knappen immerhin neun Punkte, genauso viele wie dann ein Jahr später beim Abstieg. Das ist mehr als ein Wink mit dem Zaunpfahl für Hertha.

Nur fünf mickrige Punkte, noch fünf Spiele und dazu als Psycho-Ballast die 1:4-Derby-Demütigung gegen Union. Trainer Felix Magath ließ nichts unversucht, um wenigstens das aus den Köpfen der Spieler herauszubekommen. Mehr als zweieinhalb Stunden Aussprache vergangenen Sonntag, Mittwoch folgte ein Mannschaftsabend. Essen beim Italiener und Champions League schauen. „Das Essen war von hoher Qualität, genau wie das Spiel. Noch wichtiger: Die Spieler haben sich intensiv unterhalten“, sagt der auserkorene Trainerretter des Tabellenvorletzten.

Hertha-Trainer Magath: „Wir sind angriffslustig“

Herthas Trainer Felix Magath im Gespräch mit Santiago Ascacibar. Foto: Imago Images/Räppold/Koch

Magath ist zuversichtlich vor der Partie bei den Fuggerstädtern: „Das Derby ist abgehakt. Die Stimmungslage ist jetzt durchaus so, dass wir angriffslustig nach Augsburg fahren.“

Magath legt Finger in Hertha-Wunde

Zusammengehörigkeit und wenigstens etwas Hierarchie muss in diese Truppe rein. Magath nennt das Dauerproblem beim Namen und erklärt: „Es gibt nicht genügend Führungsspieler.“ In Richtung von Kapitän Dedryck Boyata sagt er: „Er ist ein exzellenter, erfahrener Spieler, aber ein bisschen schüchtern. Ich hoffe, dass er sich da ermuntert fühlt.“

Magath, als Schleifer bekannt, geht bei dieser Hertha ganz behutsam um: „Wir haben jetzt gegen drei starke Gegner gespielt, da haben wir drei Punkte geholt. Damit bin ich sehr zufrieden. Jetzt kommen die Gegner aus unserer Tabellenregion. Der Druck ist da. Es weiß jeder, dass es um alles geht. Es gibt keine Ausreden mehr. Jetzt brauchen wir Kampf und Einsatz.“

Und vor allen Dingen Punkte, damit es nicht die schlechteste Rückrunde aller blau-weißen Zeiten wird …

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