Herthas Spieler feierten den 2:0-Sieg gegen Stuttgart lieber unter sich auf dem Rasen des Olympiastadions. Imago Images

Wann haben sich Herthas Spieler und die Hardcore-Fans wieder richtig lieb? Die skandalöse Demütigung der Spieler in der Ostkurve nach dem 1:4-Derby gegen Union, als einige wenige Krawallbrüder die Profis zwangen, ihre Trikots auszuziehen, hat Folgen. Wie schon beim 1:0-Sieg in Augsburg gingen die Spieler auch nach dem 2:0 gegen den VfB Stuttgart nicht zu den Fans, um gemeinsam zu feiern.

Torwart Marcel Lotka erklärte es: „Wir haben uns als Mannschaft entschieden, erst mal nicht in die Kurve zu den Fans zu gehen. Gegen Union war das nicht okay.“ Auch Torschütze Davie Selke bestätigte die kollektive Entscheidung  innerhalb des Teams: „Wir haben intern als Mannschaft was besprochen, und das ziehen wir durch. Wenn sich was ändert, werdet ihr das merken.“

Reaktion der Fans gespalten

Die Reaktionen unter den Fans auf diesen Liebesentzug ihrer Stars sind unterschiedlich. Die einen sind sauer, andere sind enttäuscht und wiederum andere haben völliges Verständnis für die Spieler.

Die Profis wollen damit ein Zeichen setzen: Frust, Enttäuschung und Wut, ist alles okay, aber Bedrohungen eben nicht. Sie hoffen, dass innerhalb der Fanszene eine Diskussion stattfindet und man sich von den Einzeltätern aus der Ultraszene konsequent distanziert.

Spieler wollen eine Entschuldigung

Trainer Felix Magath gab auch sein grünes Licht:  „Das ist in Ordnung so weit, dass die Spieler sich wehren gegen die Maßnahme damals.“ Aber der Coach kündigte auch an: „Es soll dazu kommen, dass sich beide Gruppen annähern. Wir müssen uns gemeinsam gegen den Abstieg stemmen.“

In den nächsten Tagen soll es zu einem Friedensgipfel kommen. Die Profis verlangen eigentlich nur eines: eine Entschuldigung für die selten dämliche Derby-Trikotdemütigung. Denn sie wollen im Herzen beim letzten Heimspiel gegen Mainz in zwölf Tagen dann gemeinsam mit den Fans in der Ostkurve den hoffentlich erreichten Klassenerhalt feiern.

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