Lyons Maxwel Cornet (l.) oder Marseilles Nemanja Radonjic? Hertha BSC sucht weiter nach einem Spieler für die linke Außenbahn. Imago

Der knappe 1:0-Pokalsieg bei Drittligist SV Meppen bewies: Hertha BSC fehlt es auf der linken Seite noch an offensiver Durchschlagskraft. Trainer Pal Dardai, der eigentlich spätestens bis zum Liga-Auftakt beim 1. FC Köln (Sonntag, 17.30 Uhr) alle Zugänge an Bord haben wollte, muss sich weiter gedulden. Herthas Poker um Maxwel Cornet und Nemanja Radonjic geht in die heiße Phase.

„Es ist ein offenes Geheimnis, es muss etwas passieren. Wir warten und arbeiten weiter“, erklärte Dardai jüngst zum Poker auf dem Transfermarkt.

Vier Zugänge konnte der Ungar bisher begrüßen: Im Mittelfeld bekam er Suat Serdar (Schalke) und Prince Boateng (Monza), im Sturm lotste Sportchef Fredi Bobic Stevan Jovetic aus Monaco nach Berlin und für die rechte Seite verpflichteten die Blau-Weißen gerade erst Augsburgs Marco Richter.

Burnley buhlt auch um Cornet

Gleichzeitig wurde der Kader auch ausgedünnt: Matteo Guendouzis Leihe vom FC Arsenal endete, Sami Khedira beendete seine Karriere, Arne Maier wechselte im Tausch mit Richter nach Bayern. Außenverteidiger Luca Netz zog es zu Borussia Mönchengladbach und für Mittelstürmer Jhon Cordoba kassierte Hertha vom FK Krasnodar satte 20 Millionen Euro.

„Sollten wir Spieler verlieren, werden wir auf den Positionen Ersatz brauchen. Wir haben Spieler für die Außenpositionen, aber trotzdem wollen wir da vielleicht noch die ein oder andere Qualität mit reinbringen“, erklärte Bobic über seine Kaderpläne.

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Für die offene Planstelle auf dem linken Flügel hat Hertha seit Wochen zwei Kandidaten im Visier: Neben Marseilles Nemanja Radonjic, der vergangene Saison für ein halbes Jahr für die Blau-Weißen spielte, gilt auch Lyons Maxwel Cornet als heißer Kandidat.

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Nemanja Radonjic bewies bei seiner halbjährigen Leihe, dass er mit seiner Dynamik für Torgefahr bei Hertha BSC sorgen kann.

Das Problem: Das Duo steht auch bei anderen Vereinen hoch im Kurs. Während Radonjic bei Marseille zum Liga-Start beim 3:2-Sieg in Montpellier 90 Minuten auf der Bank schmorte und es seit Tagen keinen neuen Transferstand gibt, buhlt der FC Burnley immer intensiver um Cornet. Der Premier-League-Klub sei angeblich bereit 20 Millionen Euro für den Flügelflitzer von der Elfenbeinküste hinzulegen, während die Blau-Weißen laut französischen Medien nur acht Millionen Euro bieten. Beim 1:1 gegen Stade Brest stand Cornet nicht im Lyon-Kader.

Tausch mit Gosens? Cunha hat keine Lust auf Bergamo

Herthas Trumpf: Cornet soll einen Wechsel in die Bundesliga favorisieren, tauschte sich dazu mit Herthas Lucas Tousart aus, mit dem er bis vergangenes Jahr in Lyon zusammenspielte. Anders als Radonjic kann Cornet vielseitig eingesetzt werden, was ganz nach dem Geschmack von Dardai wäre. Der einstige Verteidiger schoss für Lyon in 183 Liga-Spielen 31 Tore und bereitete 22 Treffer vor. Torgefahr, die Hertha braucht!

Für Herthas linke Seite wird auch immer wieder Nationalspieler Robin Gosens von Serie-A-Klub Atalanta Bergamo genannt. Die Italiener wollen angeblich Herthas Goldjungen Matheus Cunha verpflichten und seien bereit, Gosens, der von einer Rückkehr nach Deutschland träumt, im Tausch abzugeben.

Nur: Darauf hat Cunha keine Lust. Herthas brasilianischer Olympia-Fahrer kommentierte das Gerücht auf Instagram, indem er ein Emoji versendete, das sich mit einer Hand vor die Stirn schlägt.

Cunhas Plan: Entweder ein absoluter Top-Klub klopft an oder er bleibt bei Hertha. Dardai würde das begrüßen und plant in Köln mit Cunha: „Er hat sehr viele Angebote, aber auch ein Hertha-Herz und ist gerne hier. Wenn er bei uns bleibt, sind wir sehr stolz. Am Wochenende können wir auf ihn zählen, er ist fit und ein Gewinner-Typ.“

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