Herthas Trainer Tayfun Korkut dirigiert seine Mannschaft in Stuttgart zum ersten Mal.  Foto: dpa

Ich habe lange überlegt. Was passiert eigentlich bei Hertha BSC seit zweieinhalb Jahren? Ante Covic, Jürgen Klinsmann, Alexander Nouri, Bruno Labbadia, Pal Dardai suchten alle eine ausgewogene Mischung aus Defensive und Offensive. Keiner bekam es überzeugend hin. Mit dem Ball alleine hat man noch lange keine Balance.

Die Bemühungen sehen so aus wie bei dem Geschicklichkeitsspiel, bei dem man eine Murmel durch ein Holzlabyrinth balancieren muss, ohne dass sie in ein Loch fällt. Wenn das passiert, geht das Spiel von vorne los. Bei den Blau-Weißen hat eine neue Runde mit Tayfun Korkut begonnen.

Korkut verpasst Hertha Mut

Das 2:2 beim VfB Stuttgart hat in 90 Minuten dieses Balance-Spiel ganz genau gezeigt. Nach Pal Dardai, der eher aus einem gesicherten Mittelfeld spielen ließ und die Offensive dadurch gehemmt wirkte, versuchte es Korkut mit mehr Angriffsmut. Doch bei beiden Gegentoren wurde das blau-weiße Mittelfeld von den Stuttgartern einfach überrannt. Die Absicherung fehlte in diesen Momenten – oder eben die Balance.

Hertha-Saison wird zum Balanceakt 

Danach lief es wieder geordneter im Team, fast schon wieder zu passiv – für eine Mannschaft die 0:2 zurückliegt. Erst Mitte der zweiten Halbzeit war das Spiel wieder ausbalanciert und Hertha wurde stürmischer. Da sah man die ersten Effekte der Trainerverpflichtung.

Ja, Korkut soll mehr Tore bringen. Zwei waren es diesmal von Stevan Jovetic. Das Ergebnis mit 2:2 also folgerichtig auch ausgewogen. Die ganze Saison wird mal wieder ein Balanceakt. Hertha muss Risiko spielen. Zuerst, um da unten aus dem Tabellenkeller rauzukommen. Dann, um endlich Farbtupfer auf das graue Image zu setzen. Das nächste Heimspiel gegen Bielefeld könnte zum Gleichgewicht beitragen.

Lesen Sie hier mehr über Hertha BSC!>>