CDU-Politiker und Füchse-Boss Frank Steffel und Ex-Ultra und Unternehmer Kay Bernstein (r.) kandidieren als Hertha-Präsident. dpa

Starke Aktion der Initiative „Wir Herthaner“! Rund 100 Fans und Mitglieder pilgerten am Sonntag bei brutaler Hitze nach Neukölln, wo Präsidentschaftskandidat Kay Bernstein auf seinem Firmengelände zum Dialog geladen hatte. Es wurde diskutiert, debattiert und in verschiedenen Workshops Eckpunkte festgehalten, die in Zukunft die Hertha-Familie verändern sollen. Die Gegenwart bestimmt aber die Präsidentschaftswahl am kommenden Sonntag. Hertha-Machtkampf: Frank Steffel wirbt für Einheit und will die Macht, Bernstein kontert cool.

Schon im Vorfeld hatten sich die beiden Top-Kandidaten im Rennen um die Nachfolge von Werner Gegenbauer beschnuppert. „In der Öffentlichkeit herrscht ein völlig falsches Bild von Kay Bernstein. Ich erlebe ihn als leidenschaftlichen Herthaner“, erklärt Steffel.

Der CDU-Politiker und Noch-Füchse-Boss macht aber klar, dass für ihn nur die Funktion als Präsident in Frage kommt. Den Showdown auf der Mitgliederversammlung will er trotzdem vermeiden – und umgarnt dafür Ex-Ultra und Unternehmer Bernstein: „Ich wünsche mir, dass er in den nächsten Jahren eine wichtige Rolle bei Hertha BSC spielt.“

Herthaner diskutieren über die Zukunft von Hertha BSC

Schmitt
In Neukölln kamen am Sonntag rund 100 Herthanerinnen und Herthaner zusammen, diskutierten in Workshops über die Zukunft von Hertha BSC.

Bernstein, der die Konferenz auf seinem Firmengelände moderieren ließ und sich nicht in den Vordergrund drängte, schließt einen Schulterschluss aus: „Es bleibt dabei: Frank Steffel oder Kay Bernstein. Politiker oder Herthaner. Wandel oder Handel.“

Bemerkenswert: Während die Herthaner auf der Konferenz, bei der auch Aufsichtsrat-Vize Scott Körber vorbeischaute und Präsidiumsmitglied und Vize-Kandidat Fabian Drescher mitwirkte, über Themen wie das neue Stadion, das Vereinsleben, die Außendarstellung, Strukturen und Gremien sowie über blau-weiße innere Haltung diskutierten, fiel das Wort Präsidentschaftswahlkampf kein Mal. Bernstein: „Aber es ging um Inhalte. Was ist die Ist-Situation, was haben wir für Ziele und Herausforderungen. Und wer passt dazu am besten.“

Hertha BSC: Kay Bernstein steht nicht als Vize-Präsident zur Verfügung

Dabei lässt Bernstein keinen Zweifel, dass er der Richtige ist und er auch keine gemeinsame Sache mit Steffel macht: „Vielleicht hat sich Herr Steffel eine Hintertür offengelassen und kandidiert auch noch als Vize. Ich will Präsident werden und rede über Inhalte.“

Sollte er nicht gewinnen, bleibt Bernstein am Ball: „Dann gehe ich in die Opposition. Wenn nicht der richtige Weg eingeschlagen wird, kehrt man das eben in zwei Jahren (nächste Präsidentschaftswahl, d. Red.) zusammen. Aber ich bleibe dabei. Das ist mein Verein.“

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