Leipzigs Dayot Upamecano (3.v.l.) traf im Hinspiel im Oktober zum 1:1. Hertha verlor am Ende knapp und unglücklich mit 1:2. Foto:
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Schluss mit der Leipziger Ballerei! Hertha BSC steckt im Abstiegskampf und Sonntag (15.30 Uhr) kommt der Tabellenzweite RB Leipzig. Die Blau-Weißen haben eine Horrorbilanz gegen die Sachsen. Die Brause-Truppe schenkte bisher mächtig Tore ein. Hertha, mach es einfach mal besser!

Neun Spiele gab es bisher gegen RB. Die Bilanz: Nur ein Sieg, nur ein Unentschieden, aber sieben Niederlagen. Der Grusel geht aber noch weiter: 30 (!) Gegentore und elf Treffer selbst geschossen. Gegen kein anderes Team sah Hertha in den vergangenen fünf Jahren so schlecht aus. Selbst gegen Rekordmeister Bayern waren die Blau-Weißen besser und holten sieben Punkte bei einem Torverhältnis von 10:18.

Das Heimspiel gleich abschenken, weil vier davor immer kräftig nach hinten losgingen (1:4, 2:6, 0:3, 2:4)? Kann sich Hertha auf Platz 15 gar nicht leisten. Sportdirektor Arne Friedrich gibt sich kämpferisch: „Das Einzige, was wir beeinflussen können, sind unsere eigenen Spiele. Jeder kann in der Bundesliga gegen jeden gewinnen – auch wir haben gegen den Tabellenzweiten die Chance dazu. Es gibt immer Überraschungen. Wir wollen und müssen jetzt punkten!“

Und die Sensation, das Ausrufezeichen, könnte tatsächlich klappen. Dafür gibt es zwei Argumente: Im Hinspiel verlor Hertha nur unglücklich nach einer schlimmen Pfeiferei durch Schiri Tobias Stieler mit zehn Mann (Zeefuik sah ein fragwürdiges Gelb-Rot) knapp mit 1:2 durch einen strittigen Elfer.

Den einzigen Sieg gab es im Dezember 2017 mit 3:2 in Leipzig. Trainer war damals Pal Dardai. Vor dem Anpfiff hatte keiner mit so einem starken Auftritt der Blau-Weißen gerechnet. Jetzt ist die Rollenverteilung noch extremer. Dardai weiß es selbst: „Leipzig ist einziger Bayern-Jäger. Der Gegner hat 15 verschiedene Torschützen in seinen Reihen, hat eine eingespielte Mannschaft mit einem guten Trainer.“

Trotzdem kann sich auch Dardai einen Dreier in der jetzigen Situation vorstellen: „Abgesehen von der ersten Halbzeit in Stuttgart haben wir fünf ordentliche Hälften gespielt. Wenn wir jetzt noch einmal etwas drauflegen, bin ich optimistisch. Ich spüre großen Teamgeist bei uns.“

Vielleicht kommt der Sonntag mal aus Aladins Wunderlampe. Das wäre mal ein Licht am Ende Horrorbilanz-Tunnels und vielleicht die Wende im Abstiegskampf.