Alexander Schwolow und Niklas Stark sind enttäuscht. Gegen die PSV Eindhoven kassiert Hertha vier Tore.  Foto: Ottmar Winter 


Dritter Test, erste richtige Klatsche. Hertha verliert gegen die PSV Eindhoven sang- und klanglos 0:4 (0:1). Trainer Bruno Labbadia war bedient: „Wir haben die ersten 15 Minuten verschlafen, dann die Chancen nicht genutzt und uns am Ende nicht gewehrt.“

Mehr Dampf. Vor allem nach vorne. Das wollte Labbadia eigentlich von seinen Profis vier Tage nach der 0:1-Test-Pleite bei Ajax Amsterdam sehen. Doch von Beginn an drückte nur die PSV. Bereits nach fünf Minuten musste Torwart Rune Jarstein sich lang machen, fischte einen 22-Meter-Freistoß gekonnt aus dem Winkel.

„Kommt Männer, da muss mehr Tempo rein“, forderte Labbadia lautstark aus seiner Coachingzone in Herthas Amateurstadion am Wurfplatz. Tatsächlich taten sich die Blau-Weißen schwer, um sich vom Pressing der Niederländer zu befreien.

Erst in der 18. Minute feuerte Dodi Lukebakio den ersten Hertha-Schuss ab. Der Ball segelte zwar am Tor vorbei, war aber zumindest ein blau-weißer Weckruf. Vor allem Lukebakio drehte auf. Nach einem Zuckerpass von Matheus Cunha probierte es der Belgier mit einem Lupfer aus vollem Lauf, verzog allerdings deutlich.

Und auch die Mega-Doppelchance ließ Hertha liegen: Erst scheiterte Vladimir Darida aus der Nahdistanz, dann bediente Lukebakio mit einem feinem Chip-Pass Maximilian Mittelstadt, dessen Kopfball PSV-Keeper Yvon Mvongo mit einem starken Reflex entschärfte.

Statt sich zu belohnen, gab es kurz vor der Pause die kalte Dusche des Vorjahresvierten der Eredivisie: Stürmer Donyell Malen gewann das Laufduell gegen Karim Rekik klar, düpierte dannTorwart Rune Jarstein aus spitzem Winkel (37.).

Labbadia reagierte zu Pause, brachte vier Neue. Doch es dauerte nur zwei Minuten bis es wieder hinten klingelte. Malen setzte Sam Lammers in Szene, der bis zur Grundlinie zog, den Ball flach zurücklegte – und Niklas Stark, der als Kapitän erst im Mittelfeld und dann in der Innenverteidigung spielte, zum Eigentor zwang (47.).

Doch statt sich aufzubäumen, ging Hertha unter und ließ die Holländer gewähren. Erst durfte Cody Gakpo unbedrängt zum 0:3 einschieben (70.), dann traf Lammers zum 0:4 (76.).

Für Labbadia bleibt viel noch viel Arbeit – sowohl in der wackeligen Defensive als auch im harmlosen Angriff.

So spielte Hertha: Jarstein (46. Schwolow) – Zeefuik (64. Pekarik), Rekik 46. (Maier), Torunarigha, Mittelstädt (46. Plattenhardt) – Stark, Tousart (71. Leckie) – Lukebakio (46. Duda), Darida (71. Dilrosun), Cunha (75. Ngankam)– Piatek (64. Redan)