Herthas Matteo Guendouzi schirmt den Ball gegen Leverkusens Leon Bailey ab. Foto: City-Press

Na also, es geht doch! Hertha BSC kann doch noch über 90 Minuten konzentriert sein und keine Fehler machen. Die Blau-Weißen spielen 0:0 bei Topteam Bayer Leverkusen. Torlos, aber ziemlich glücklich!

Trainer Bruno Labbadia war nach dem Abpfiff erleichtert: „Es war ein sehr intensives Spiel. Wir haben den Gegner sehr gut in Schach gehalten. Beim Umschaltspiel nach vorne war es nicht ganz so sauber. Sonst hätten wir mehr Torchancen herausgespielt. Es ist gut, dass wir gegen so einen Gegner zu Null gespielt haben.“

Das sah vergangene Wochen gegen Borussia Dortmund noch anders aus. Da hatte Hertha stark angefangen und dann noch stärker in der zweiten Halbzeit nachgelassen und verlor nach einer 1:0-Pausenführung am Ende 2:5.

Lars Bender kann fliegen.  Foto:  Ina Fassbender/AFP Pool/dpa

Auch diesmal starteten die Blau-Weißen mit konzentrierter Defensivarbeit und guter Zweikampfstärke. Die taktischen Vorgaben von Trainer Bruno Labbadia wurden konsequent umgesetzt. Leverkusen wurde früh am Spielaufbau gehindert und Herthas Offensive setzte ein paar Nadelstiche. Dodi Lukebakio hatte die ersten beiden zarten Torchancen (8./12.). Verteidiger Omar Alderete versuchte es mal mit einem Schuss aus 28 Metern (26.), drüber!

Nur eine Chance für Leverkusen

Leverkusen hatte in der ersten Hälfte nur eine echte Torchance, als Kerem Demirbay mit einem Flatterball Herthas Torwart Alexander Schwolow testete (32.). Bayer wurde etwas stärker, doch die Blau-Weißen standen hinten sicher. Es ging mit einem 0:0 in die Pause.

Die spannendste Frage: Wie stellten sich die Hertha-Profis im zweiten Durchgang an, nachdem sie von Dortmunds Erling Haaland zwei Tore direkt nach dem Wiederanpfiff eingeschenkt bekamen und danach auseinanderfielen? Die blau-weißen Profis blieben diesmal hellwach. Eine echte Leistungssteigerung des gesamten Teams. Und der Beweis, dass die Teamgespräche des Trainers gefruchtet haben. 

Doch nach vorne ging nicht viel. Deswegen wechselte Labbadia in der 70. Minute gleich doppelt. Lukebakio und der wieder mal enttäuschenden Kris Piatek raus, Mathew Leckie und Jessick Ngankam rein. Echter Offensivschwung kam aber nicht auf.

Glück in der Nachspielzeit

Immerhin: Hertha hielt das Unentschieden bis zum Schlusspfiff. In der Nachspielzeit war etwas Glück dabei, als Lars Benders Kopfball knapp am rechten Pfosten vorbeirauschte (90.+3). Torwart Alexander war happy: „Ich hätte zwar lieber gewonnen, aber hier einen Punkt mitzunehmen, damit können wir zufrieden sein. Diesmal haben wir es über das komplette Spiel hinbekommen. Das war ein Schritt nach vorne, auf dem wir aufbauen können.“

Ein verdienter Zähler und die Gewissheit, dass man auch gegen ein Topteam mal punkten kann. Das sollte Selbstvertrauen für das Derby am Freitag gegen den 1. FC Union geben. Schlusswort Labbadia: „Jetzt freuen wir uns auf das Derby.“

Das sind die Noten vom KURIER: