Herthas Trainingsgruppe mit den Stammspielern ist diesen Sommer nicht groß. Foto: City-Press

3407 Einwohner, ein Dorf an den Alpen. Für die meisten ist Leogang ein netter Urlaubsort kurz hinter der bayrischen Grenze in Österreich. Für die Profis von Hertha BSC ist es bis 1.August das zweite einwöchige Trainingslager umrahmt von hübschen Bergen. Doch was können die Blau-Weißen da überhaupt erklimmen?

Nur zwölf Stammspieler

Selten waren so wenige gestandene Spieler in einem Camp mit dabei. Beim letzten Training am Freitag auf dem Hanns-Braun-Platz hatte Coach Pal Dardai in zwei Gruppen schwitzen lassen. In der einen waren zwölf Feldspieler, die zum festen Stamm gehören: Lukas Klünter, Niklas Stark, Marton Dardai, Marvin Plattenhardt, Maxi Mittelstädt, Deyo Zeefuik Kevin-Prince Boateng, Suat Serdar, Santiago Ascacibar, Javairo Dilrosun, Dodi Lukebakio und Davie Selke. In der anderen fand sich EM-Fahrer Peter Pekarik mit neun Talenten aus der Hertha-Akademie wieder.

„Alle werden mitkommen. Dazu noch Vladimir Darida und Dedryck Boyata. Nach EM und Urlaub müssen wir sehen, wie fit die beiden sind. Sie werden in Leogang erst mal auf einem Extraplatz individuell trainieren“, erklärte Dardai mit stoischer Ruhe und lobte den Trainingseinsatz der jungen Spieler: „Sie haben bisher klasse mitgezogen. Da ist keiner abgefallen.“

Die Fragezeichen sind trotzdem groß. Es fehlen die vier Olympiafahrer Arne Maier, Jordan Torunarigha, Lucas Tousart und Matheus Cunha, bei dem keiner weiß, ob er überhaupt noch mal wiederkommt oder den Verein wechselt. Dazu wartet der Coach auf zwei Flügelflitzer und einen Mittelstürmer, die bis jetzt nicht da sind.

Großer taktischer Feinschliff oder Laufwege automatisieren wird da schwer. Selbst bei den Testspielen gegen den FC Liverpool aus England (Donnerstag) und Gaziantep FK aus der Türkei (Sonnabend) kann Dardai keine vorläufige Stammelf, die dann in zwei Wochen im Pokal bei Regionalligist SV Meppen antreten soll, über volle 90 Minuten durchspielen lassen. „Wir müssen am Ende dieser Woche die nötige Frische haben“, betont Dardai. Frische für Sprints, Dynamik und natürlich auch im Kopf für gute Spielideen.

Wenigstens die Abwehr steht

So rudimentär das Team gerade ist: Immerhin hat Pal Dardai schon seine Abwehr gefunden. Vor Torwart Alexander Schwolow werden Klünter, Stark, Marton Dardai und Plattenhardt eine Viererkette bilden. „Ich würde ja gerne auch das 3-4-3-System intensiver praktizieren. Doch dafür ist ein Innenverteidiger zu wenig da“, erklärt Dardai.

Das Mittelfeld? Da gibt es gerade mal drei Mann für ein zentrales Dreieck: Ascacibar, Boateng, Serdar. Auf den Außen? Dilrosun sowie als Notlösung: Zeefuik und Mittelstädt, die eigentlich eher in der Defensive zu Hause sind. Mittelstürmer? Selke und Lukebakio, der dort bisher nicht überzeugen konnte. Jhon Cordoba ist verkauft und Kris Piatek wird nach seinem Fußbruch erst im September wieder trainieren können.

„Wir arbeiten weiter“, sagt Dardai tapfer. Eine echte neue Hertha wird er wohl erst Ende August, wenn die Bundesliga-Saison schon läuft, zusammenhaben.

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