Kapitän Dedryck Boyata und Herthas neuer Trainer Tayfun Korkut beim Trainingsgespräch. Foto: Imago Images/Nordphoto/Engler

Trainer-Beben beendet! Bei Hertha BSC versucht man, nach vorne zu schauen. Der neue Coach Tayfun Korkut soll frischen Wind in die Truppe bringen. Gut für ihn: Bei seinem blau-weißen Debüt am Sonntag (15.30 Uhr) beim VfB Stuttgart kann er auf zwei Leistungsträger zählen, die zuletzt gefehlt haben: Kapitän Dedryck Boyata (31) und Laufwunder Vladimir Darida (31).

Korkut machte gleich bei der ersten Trainingseinheit klar, dass er auf den erfahrenen Innenverteidiger Boyata, der wegen einer Rotsperre die vergangenen drei Spielen nicht dabei war. Als das Training beendet war, nahm sich Korkut den Belgier zur Seite. Beide diskutierten auf dem Schenckendorffplatz zehn Minuten lang intensiv. Korkuts Credo erklärt er selbst: „Die Spieler müssen sich wohlfühlen. Sie brauchen ein gutes Gefühl in der Grundordnung und in der Systematik.“ Dreier- oder Vierer-Abwehrkette? Boyata wird es dem Trainer schon erklärt haben.

12 von 14 Punkten mit Boyata

Klar, Boyata ist Kapitän, der Coach braucht ihn als Bindeglied zum Team. Doch er braucht ihn noch viel mehr als Verteidiger. Denn Hertha hat mit 27 Gegentoren nach 13 Spielen die zweitschlechteste Abwehr der Bundesliga.

Boyata machte bisher acht Spiele. In diesen holte Hertha vier Siege, also zwölf Punkte, ohne ihn nur zwei Zähler. Die Statistik sagt eindrucksvoll aus, wie wichtig der belgische Nationalspieler für die Mannschaft ist. Die Frage ist nur: Für wen kommt er gegen Stuttgart zurück ins Team: Muss Niklas Stark oder Jordan Torunarigha – Marton Dardai ist noch immer verletzt – für ihn Platz machen?

Darida: „Ich bin bereit!“

Vladimir Darida ist nach seiner Prellung im Oberschenkel wieder fit. Foto: City-Press

Herthas Krise der vergangenen Wochen hatte aber auch etwas mit dem Fehlen des Mittelfeldmotors Vladimir Darida zu tun. Beim 0:2 in Hoffenheim wurde der Tscheche brutal von Angelo Stiller umgetreten, musste zur Pause mit dickem Oberschenkel ausgewechselt werden. Eine Woche später versuchte er es noch mal beim 1:1 gegen Leverkusen – danach hatte er wieder Schmerzen und konnte beim 0:2-Derby und auch beim 1:1 gegen Augsburg nicht dabei sein. „Ich brauche noch eine Woche Training mit der Mannschaft, dann bin ich gegen Stuttgart wieder dabei. So habe ich es mit dem Trainer abgesprochen“, hatte Darida vergangenen Sonnabend erklärt.

Da war Dardai noch Trainer, jetzt ist es Korkut. Doch es ist wahrscheinlich, dass Darida, der mit seinem Laufpensum für Dynamik im Mittelfeld sorgt, auch unter ihm spielen wird. Der Tscheche stand in dieser Saison sechsmal in der Startelf. Die Punkte-Quote ist ähnlich wie bei Boyata. Mit ihm holte Hertha zehn Zähler, ohne ihn vier.

Korkut hat jetzt noch vier Tage Zeit, um seine Wunschelf für das Spiel in Stuttgart zusammenzustellen. Die Spannung steigt und auch der Druck auf jeden einzelnen Spieler…

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