Pechvogel Lukas Klünter war nach seinem 0:1-Eigentor in Wolfsburg angefressen. Foto: AFP/Tobias Schwarz

Es ist zum Verzweifeln! Hertha BSC spielt wieder bei einem Topteam gut mit und verliert trotzdem. 0:2 (0:1) beim Tabellendritten VfL Wolfsburg. Die Wölfe mussten nicht mal selbst beim ersten Tor treffen. Das tat Pechvogel Lukas Klünter. Bitterer geht es nicht.

Man brauchte kein Lippenleser sein. Klünter schrie laut: „Sch…!“ Dann fasste er sich an seine Hosenbeine, zog sie glatt, als ob er etwas geradebiegen wollte, was schiefgelaufen ist. Ja, er hatte ein Eigentor gemacht.

In der 37. Minute konnte Wolfsburg Ridle Baku mit einem Steilpass bedient werden. Maxi Mittelstädt kam auf der linken Seite nicht hinterher. Baku flankte scharf auf Wout Weghorst. Klünter machte das einzig Richtige und doch alles falsch. Er versuchte vor Weghorst an den Ball zu kommen, schaffte es auch. Doch das Leder rutschte ihm über den Spann – direkt ins Hertha-Tor zum 0:1. Die Vorentscheidung.

Es kam noch schlimmer! In der 45. Minute fasste sich Matheus Cunha, der diesmal als Mittelstürmer spielte, an den linken Oberschenkel. Verdacht auf Muskelfaserriss. Der Brasilianer konnte nicht mehr weitermachen. Für ihn schickte beim Wiederanpfiff Pal Dardai Angreifer Kris Piatek aufs Feld. Außerdem kam Jhon Cordoba nach sieben Wochen Verletzungspause für Nemanja Radonjic. Das Signal des Trainers war klar. Mehr Offensive, um irgendwie das Spiel noch umzubiegen.

Dann der nächste Schock. Sami Khedira humpelte ab der 51. Minute. Er hatte sich im Rasen vertreten. Der Rio-Weltmeister, der verlängerte Arm des Trainers, der das Spiel organisierte, musste raus. Für ihn kam Matteo Guendouzi, der in den vergangenen Spielen flatterte.

Doch die Blau-Weißen brachen nach dem Doppelverletzungspech nicht zusammen, sie stürmten immer besser. Zuerst scheiterte Deyo Zeefuik (58.), dann Cordoba (68.).

Die Hoffnung auf einen Punkt wuchs und wurde immer größer. In der 79. Minute grätschte der Wolfsburger Baku Stürmer  Cordoba im Strafraum um. Schiri Bastian Dankert entschied auf Strafstoß. Der Kolumbianer stand am  Elfmeterpunkt, dann wurde die Entscheidung per Videobeweis einkassiert. Brutaler kann man nicht mit den Nerven spielen.

Hertha ließ sich auch davon nicht erschüttern, bemerkenswert! Piatek traf danach den Pfosten (84.), aber Wolfsburgs Maxence Lacroix nickte zum 2:0 (89.) ein. Der Hertha-Horror geht weiter. Gut gekämpft, doch seit neun Spielen ohne Sieg und jetzt müssen die Blau-Weißen auch noch um Cunha und Khedira zittern. Dardai: „Das ist verhext. Unser Spiel sah gut aus, aber wir machen kein Tor. Das ist Schicksal, das müssen wir drehen.“